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Herbsttagung aus Anlass des 60-jährigen Bestehens der ADANO

Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen und Neurootologen der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (ADANO)

22.10.-23.10.2009, Koblenz

Mikronährstoffe bei stressbezogenen Innenohrerkrankungen: Antioxidanzien zur adjuvanten Behandlung von Hörsturz und Tinnitus

Meeting Abstract

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Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen und Neurootologen der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Herbsttagung aus Anlass des 60-jährigen Bestehens der ADANO. Koblenz, 22.-23.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09adano35

DOI: 10.3205/09adano35, URN: urn:nbn:de:0183-09adano350

Published: October 23, 2009

© 2009 Bergmann.
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Einleitung: Unter dem Begriff „stressbezogene Innenohrerkrankungen“ lassen sich Funktionsstörungen der Cochlea und des Hörnerven zusammenfassen, die primär durch oxidativen Stress ausgelöst werden. Assoziierte Krankheits- bzw. Beschwerdebilder sind insbesondere Hörsturz und Tinnitus. Ursachen hierfür können sowohl psychischer als auch physischer Natur sein. Die Patienten haben pathophysiologisch bedingt einen erhöhten Bedarf an spezifischen Mikronährstoffen wie Vitaminen, Spurenelementen, sekundären Pflanzenstoffen, Vitaminoiden und Omega-3-Fettsäuren. Dieser kann mit der adjuvanten Gabe einer spezifischen Mikronährstoffkombination gedeckt werden: Sie bietet antixodativen Schutz, unterstützt den Energiestoffwechsel sowie die Gefäßfunktionen und moduliert die Reizweiterleitung. Im Rahmen einer aktuell publizierten Studie von Dr. Rüdiger Bergmann, Landau, wurde die nutritive Wirksamkeit der diätetischen Supplementierung einer solchen Mikronährstoffkombination bei stressbezogenen Innenohrerkrankungen untersucht.

Material/Methoden: Die retrospektive, nicht randomisierte Kohortenstudie im Parallelgruppenvergleich schloss insgesamt 84 Patienten mit akutem Hörverlust ein. Sie erhielten eine Standardtherapie mit durchblutungsfördernden und entzündungshemmenden Mitteln. Über einen durchschnittlichen Zeitraum von 37,8 Tagen (30 bis 91 Tagen) wurden 43 Patienten zusätzlich mit einer spezifischen Mikronährstoffkombination supplementiert. Jeweils vor und nach der Behandlung wurde der Hörverlust der Patienten bei einer Beschallung mit verschiedenen Frequenzen von 250 bis 6000 Hz gemessen. In beiden Gruppen zeigten sich vor der Behandlung in keiner der gemessenen Frequenzen signifikante Unterschiede.

Ergebnisse: Bei den 43 Patienten, die zusätzlich zur Standardtherapie eine ergänzende bilanzierte Diät mit Mikronährstoffen erhielten, wurden nach der Behandlung insgesamt geringere Hörverluste und eine deutlich erhöhte Vollremissionsrate festgestellt als in der Kohorte mit alleiniger Standardtherapie. Die Unterschiede zwischen beiden Gruppen waren signifikant.

Schlussfolgerung: Die Daten dieser Kohortenstudie belegen die nutritive Wirksamkeit der spezifischen Mikronährstoffkombination bei Patienten mit idiopathischem Hörsturz und Begleittinnitus. Sie ist eine für Patienten mit stressbezogenen Innenohrerkrankungen praktikable und alltagstaugliche adjuvante Behandlungsmöglichkeit, mit der die Standardtherapie sinnvoll ergänzt werden kann.


Literatur

1.
Bergmann R. Mikronährstoffe bei stressbezogenen Innenohrerkrankungen. Antioxidanzien zur adjuvanten Behandlung von Hörsturz und Tinnitus. HNO. 2009;57(3).