gms | German Medical Science

GMS Medizin — Bibliothek — Information.

Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen (AGMB)

ISSN 1865-066X

Die Bibliothek des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin in Heidelberg

Library of the Institute for History of Medicine and Ethics of Medicine, Heidelberg

Fachbeitrag

Search Medline for

GMS Med Bibl Inf 2012;12(1-2):Doc09

DOI: 10.3205/mbi000245, URN: urn:nbn:de:0183-mbi0002450

Published: September 6, 2012

© 2012 Veith.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Zusammenfassung

Nach einem kurzen Überblick wird von der Gründung der Bibliothek 1961 an der Bestandsaufbau bis heute beschrieben und erörtert, nach welcher Systematik der Bestand aufgestellt ist.

Schlüsselwörter: Bibliothek des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin in Heidelberg, Medizinbibliothek, Institutsbibliothek, historischer Überblick, Bestand

Abstract

In a brief overview – from the beginning of the library in 1961 until today – the growth of the collection is defined and explained, in which way it is systematised.

Keywords: Library of the Institute for History of Medicine and Ethics of Medicine, Heidelberg, medical library, faculty library, historical overview, collection


Die Bibliothek des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin in Heidelberg

1961 wurde das Institut für Geschichte der Medizin unter der Leitung von Prof. Dr. Heinrich Schipperges in Heidelberg neu gegründet. Der Aufbau einer alle Bereiche der Wissenschaftsgeschichte umspannenden Bibliothek konnte sich auf die Sammlungen von Johann Daniel Achelis und Walter Schönfeld stützen. Bereichert wurden sie durch naturhistorische Bestände der Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1].

Die Bibliothek des Instituts besitzt ca. 400 alte Drucke und einige Handschriften aus der Zeit vor 1800 (Abbildung 1 [Abb. 1], Abbildung 2 [Abb. 2]). Zu den wertvollsten Beständen zählen die Inkunabeln (Wiegendrucke) aus dem 15. Jahrhundert sowie eine Reihe von Drucken aus den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts. Unter den wertvollen Inkunabeln und Frühdrucken befinden sich auch Kernstücke mittelalterlicher Diätetik, so die illuminierte „Florida corona medicinae“ (Venedig 1491), ferner einige für die europäische Wissenschaftsgeschichte grundlegende Lehrstoffe wie die „Etymologien“ des Isidor von Sevilla (Basel 1589) und das Lehrbuch des Martianus Capella (Modena 1491).

Private Schenkungen aus der Bücherei Dr. Börsig legten den Grundstock einer kulturhistorischen Sammlung, ebenso konnten Bestände aus dem Nachlass von Curt Oehme erworben werden. So hatte die Institutsbibliothek bereits 1969 mehr als 10.000 Bände.

Heute umfasst der aktuelle Bestand etwa 45.000 Bände zur Medizingeschichte und Ethik in der Medizin, 40 laufende Zeitschriften zur Medizingeschichte, Wissenschaftsgeschichte, Ethik in der Medizin, Geschichtswissenschaft und Medizin (Abbildung 3 [Abb. 3], Abbildung 4 [Abb. 4]). Es gibt eine Sammlung medizinhistorischer Videos (Spielfilme und Dokumentationen) und CD-ROMs, sowie ca. 2.800 Dissertationen zur Medizingeschichte, darunter alle deutschen Dissertationen aus der NS-Zeit. Weiterhin eine umfangreiche Aufsatz- und Sonderdrucksammlung zur Medizingeschichte und Ethik in der Medizin. Nachlässe medizinhistorisch bedeutender Personen, darunter ca. 40.000 Sonderdrucke des Heidelberger Internisten Ludolf von Krehl (1861–1937). Es gibt weiterhin eine Fotosammlung, sowie eine Diathek mit ca. 10.000 Diapositiven aus allen Bereichen der Medizingeschichte, der thematische Schwerpunkt der Diathek liegt im lateinischen, arabischen und byzantinischen Mittelalter und entspricht damit den Forschungsinteressen des Institutsgründers und langjährigen Direktors Prof. Dr. Heinrich Schipperges.

Der Buch- und Aufsatzbestand der Bibliothek besteht einerseits aus medizinhistorischer und medizinethischer Primärliteratur (alte medizinische Drucke vom 15. bis zum 18. Jahrhundert, zahlreiche medizinische Monographien und Lehrbücher des 19. und 20. Jahrhunderts), andererseits aus umfangreicher Sekundärliteratur zur Ideen-, Kultur-, Politik-, Sozial-, Mentalitäts- und Institutionengeschichte der Medizin sowie zur Ethik in der Medizin.

Die Bestände gliedern sich in eine allgemeine, eine historische und eine systematische Abteilung. Die allgemeine Abteilung umfasst neben lexikalischen und bibliographischen Hilfsmitteln Literatur zu einzelnen Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften. Der Schwerpunkt liegt neben philosophischen und theologischen Werken auf Veröffentlichungen zur Sozial- und Kulturgeschichte. In der historischen Abteilung finden sich medizinhistorische Monographien und Aufsätze von der Antike bis zur Moderne. Schwerpunkte liegen entsprechend den Forschungsinteressen der früheren und derzeitigen Institutsangehörigen im Mittelalter und im Deutschland der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus, was vor allem durch den jetzigen Direktor, Herrn Prof. Dr. Wolfgang Eckart, geprägt wird. Die systematische Abteilung ist nach medizinischen Disziplinen gegliedert und enthält außerdem Bestände zum Gesundheitswesen, zur medizinischen Ethik, deren zunehmende Wichtigkeit auch seit 2011 mit der Hinzufügung der Ethik im Institutsnamen dokumentiert wurde und zur Universitätsgeschichte. Eine reiche biographische Sammlung rundet die Abteilung ab.

Nachgewiesen werden die Bestände inzwischen fast vollständig im Online-Katalog der Universitätsbibliothek Heidelberg (http://www.ub.uni-heidelberg.de/).


Anmerkung

Interessenkonflikte

Die Autorin erklärt, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel hat.


Literatur

1.
Schemel G, Bearb. 25 Jahre Heidelberger Institut für Geschichte der Medizin: eine Dokumentation; 1961-1986. Heidelberg: Inst. für Geschichte d. Medizin; 1986. S. 31.