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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Slicekulturen von Plattenepithelkarzinomen der Kopf-Hals-Region: Ein neues System zur Testung von Chemotherapeutikawirkung und der Bildung von Resistenzmechanismen

Poster

  • corresponding author Magdalena Gerlach - Institut für Anatomie, Leipzig, Leipzig, Deutschland
  • Gunnar Wichmann - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Leipzig
  • Felicitas Merz - Institut für Anatomie, Leipzig
  • Andreas Dietz - Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Leipzig
  • Ingo Bechmann - Institut für Anatomie, Leipzig

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2012;8:Doc35

DOI: 10.3205/cpo000688, URN: urn:nbn:de:0183-cpo0006880

Published: April 19, 2012

© 2012 Gerlach et al.
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Zusammenfassung

Einleitung: Plattenepithelkarzinome der Kopf-Hals-Region (HNSCC) variieren äußerst stark in ihrer Sensibilität gegenüber Chemotherapie und/oder Bestrahlung. Aus diesem Grund wäre ein Testsystem, welches eine individuelle Vorhersage über die Suszeptibilität beziehungsweise Resistenz des individuellen Tumors erlaubt, sehr wünschenswert (Dietz et al., European Archive Otorhinolaryngology 2010).

Methoden: Wie zuvor mit Gewebe aus dem menschlichen Gehirn gezeigt (Nitsch et al., Lancet 2000; Merz & Bechmann, Future Oncology 2011), können auch Slicekulturen der Plattenepithelkarzinome als neues Testsystem zur Detektion von Sensibilität oder Resistenz gegenüber Therapeutika verwendet werden. Innerhalb dieses Projektes wurden erstmals Slicekulturen von HNSCC kultiviert und mit Guideline-konformen Chemotherapeutika behandelt. Kulturüberstände wurden gesammelt (quantitative Analyse des Zelltodes über Freisetzung von Laktatdehydrogenase, LDH), die Slices nach sechs Tagen in Paraffin eingebettet und HE-gefärbt.

Ergebnisse: Slicekulturen bleiben über einen Zeitraum von mindestens sechs Tagen ex vivo in einem exzellenten morphologischen Zustand erhalten und zeigen mitotische Aktivität. Die Behandlung mit Cisplatin oder Docetaxel hat dabei signifikante Auswirkungen auf das Überleben der Zellen, wie das Autreten fragmentierter (apoptotischer) Zellkerne zeigt. Die LDH-Messung bestätigt unsere Beobachtungen nach HE-Färbung.

Schlussfolgerungen: Mit diesen Versuchen wurden die ersten Schritte in Richtung einer verbesserten Vorhersage bezüglich der effektivsten Therapie für den einzelnen Patienten gegangen. Diese werden über Analyse einer größeren Fallzahl und Korrelation mit In-vivo-Daten fortgesetzt.

Unterstützt durch: BMBF (I.B.) und Studienstiftung des Deutschen Volkes (M.G.)