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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Extranodaler Befall eines Non-Hodgkin-Lymphoms im periorbitalen Gesichtsbereich – Ein Fallbericht

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  • corresponding author Viola Götz - Klinikum Stuttgart, Katharinenhospital, Stuttgart
  • Christian Sittel - Klinikum Stuttgart, Katharinenhospital, Stuttgart

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2012;8:Doc33

DOI: 10.3205/cpo000686, URN: urn:nbn:de:0183-cpo0006863

Published: April 19, 2012

© 2012 Götz et al.
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Zusammenfassung

Hintergrund: Non-Hodgkin-Lymphome sind Erkrankungen des lymphatischen Systems und manifestieren sich häufig in Form von Lymphknotenvergrößerungen. Bei cervikalem Befall fällt die histologische Sicherung und somit die Erstdiagnose häufig in das Fachgebiet der HNO-Heilkunde. Liegt keine Lymphadenopathie, sondern ein Befall von primär nicht lymphatischen Organen vor, ist das Krankheitsbild des Non-Hodgkin-Lymphoms im HNO-ärztlichen Bereich nahezu nicht anzutreffen.

Falldarstellung: Wir berichten über eine 80-jährige Patientin, die sich mit seit etwa drei Monaten bestehender Schwellung des lateralen Orbitarandes sowie des Oberlids in unserer Klinik vorstellte. Zur weiteren Abklärung erfolgte die Resektion der Raumforderung, welche intraoperativ Kontakt zur Tränendrüse aufwies. Histologisch konnte ein hochmalignes B-Non-Hodgkin-Lymphom Typ IV gesichert werden. Nach Vorstellung bei den Kollegen der Onkologie und Ausschluss weiterer Manifestationen erfolgte die chemotherapeutische Therapie nach dem R-CHOP Schema. Hierunter konnte eine komplette Remission erreicht werden. Bei Extranodalbefall wurde im Anschluss eine konstitutionelle Radiatio durchgeführt. Mittlerweile ist die Patientin seit 18 Monaten rezidivfrei und zeigt keine relevanten Strahlenfolgen, insbesondere ist das Sehvermögen des rechten Auges nicht beeinträchtigt.

Diskussion: Dieser Fall zeigt die seltene Manifestation eines Non-Hodgkin-Lymphoms im HNO-Bereich. Besonders ungewöhnlich ist dabei der extranodale Befall im periorbitalen Geichtsbereich. Durch HNO-ärztliche histologische Sicherung und gute interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Onkologie und Strahlenklinik konnte dieses an dieser Lokalisation selten vertretene Krankheitsbild frühzeitig erkannt und erfolgreich therapiert werden.