gms | German Medical Science

GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Glomus vagale Tumor – eine seltene Differentialdiagnose der Dysphagie

Poster Aerodigestivtrakt

Search Medline for

  • corresponding author Stefanie Grözinger - BwKrhs Ulm, HNO, Ulm, Deutschland
  • Alexander Schramm - BwKrhs Ulm, MKG, Ulm, Deutschland
  • Heinz Maier - BwKrhs Ulm, HNO, Ulm, Deutschland

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2010;6:Doc75

doi: 10.3205/cpo000568, urn:nbn:de:0183-cpo0005687

Published: April 22, 2010

© 2010 Grözinger et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Zusammenfassung

Einleitung: Glomus vagale Tumoren sind vergleichsweise selten und repräsentieren nur 5% aller Paragangliome im Kopf-/ Halsbereich. Sie manifestieren sich im Parapharyngealraum und weisen ein langsames symptomarmes Wachstum entlang des N. vagus auf.

Fallbeispiel: Ein 22 Jahre alter Patient stellte sich zur Dysphagieabklärung vor. Enoral fiel eine Vorwölbung des weichen Gaumens und der lateralen Pharynxwand rechts auf. In den bildgebenden Untersuchungen zeigte sich ein stark vaskularisierter Tumor im Parapharyngealraum rechts, der von der Schädelbasis bis zur Carotisbifurkation reichte, eine craniocaudale Ausdehnung von 9,5 cm aufwies und die A. carotis interna includierte. Die Gefäßversorgung des Tumors erfolgte aus Ästen der A. vertebralis sowie Ästen der A. carotis externa. Bei unauffälligem Okklusionstest der rechten A. carotis interna führten wir präoperativ eine Embolisation derselben sowie der versorgenden Gefäße durch. Es erfolgte die Resektion des Tumors unter Mitnahme der infiltrierten Abschnitte der A. carotis interna u. externa über einen transcervicalen und transoralen Zugang mit medianer Unterkieferspaltung. Bis auf den N. vagus konnten alle caudalen Hirnnerven und der Grenzstrang erhalten werden. Die histopathologische Untersuchung ergab ein Paragangliom. Postoperativ bestand eine inkomplette, armbetonte Parese der linken Körperhälfte sowie Schluckstörungen. Die Beschwerden waren im Rahmen der Frührehabilitation weitgehend rückläufig.

Schlussfolgerung: Vagale Paragangliome werden meist erst in fortgeschrittenen Stadien symptomatisch. Der einzige kurative Therapieansatz besteht in der radikalen chirurgischen Entfernung nach Embolisierung der tumorversorgenden Gefäße.