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GMS Current Posters in Otorhinolaryngology - Head and Neck Surgery

Deutsche Gesellschaft für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNOKHC)

ISSN 1865-1038

Die aberrierende Arteria carotis interna als Gefahrenpunkt und Differentialdiagnose in der Kopf-Hals-Chirurgie

Poster Hals

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  • corresponding author Jens Pfeiffer - HNO Universitätsklinik Freiburg, Freiburg
  • Carsten C. Boedeker - HNO Universitätsklinik Freiburg, Freiburg
  • Gerd J. Ridder - HNO Universitätsklinik Freiburg, Freiburg

GMS Curr Posters Otorhinolaryngol Head Neck Surg 2006;2:Doc055

The electronic version of this article is the complete one and can be found online at: http://www.egms.de/en/journals/cpo/2006-2/cpo000159.shtml

Published: April 24, 2006

© 2006 Pfeiffer et al.
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Zusammenfassung

Abweichungen vom geraden Verlaufstyp der Arteria carotis interna werden in der Literatur mit einer Häufigkeit von 15-40 % beschrieben und finden sich in der überwiegenden Zahl der Fälle bilateral symmetrisch. Wir stellen exemplarisch den Fall einer aberrierenden, dem Tonsillenbett anliegenden ACI vor, welche bei einem 2-jährigen Kind im Rahmen einer Tonsillektomie als Zufallsbefund aufgefallen war.

Ein 2 Jahre altes Kind wurde uns zur Abklärung von rezidivierenden Infekten und mit dem Verdacht auf ein obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom vorgestellt. Bei der HNO-ärztlichen Untersuchung zeigte sich eine Tonsillenhyperplasie bds, adenoide Vegetationen sowie ein flaches Tympanogramm bds. Eine daraufhin veranlasste Schlaflaboranalyse bestätigte das Auftreten nächtlicher Apnoephasen mit Sauerstoffentsättigungen. Daher wurde die Indikation zur Tonsillektomie, Adenotomie und Parazentese bds gestellt. Intraoperativ fiel unterhalb der linken Tonsille eine strangartige pulsierende Raumforderung auf, die einer aberrierenden ACI zugeordnet wurde. Die TE links wurde daraufhin komplikationsfrei unter dem Operationsmikroskop durchgeführt. Der postoperative Verlauf war unauffällig.

Verlaufsanomalien der Arteria carotis interna sind nach Literaturangaben wesentlich häufiger als gemeinhin angenommen und können als Elongation, Kinking oder Coiling vorliegen. Je nach Verlaufsvariante wird eine kongenitale Anomalie oder ein altersbedingter Elastizitätsverlust als Ursache angenommen. Aufgrund ihrer abnormen Verlagerung kann die ACI bei Pharynxoperationen gefährdet sein, ist aber auch als Differentialdiagnose parapharyngealer Raumforderungen von Bedeutung. Für den Alltag des HNO-Arztes ist die Kenntnis möglicher Verlaufsanomalien der ACI daher von wesentlichem Interesse.