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Süddeutsche Tage der Kinder- und Jugendmedizin München

04.05. - 06.05.2012, München

Spätdiagnose eines schweren obstruktiven Schlafapnoesyndroms bei einem 4-jährigen Mädchen

Meeting Abstract

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  • H. Schneider - Fachkliniken Wangen, Kinderklinik für Atemwegserkrankungen und Allergien, Wangen im Allgäu, Germany

Süddeutsche Tage der Kinder- und Jugendmedizin. 61. Jahrestagung der Süddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und der Süddeutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie und dem Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte – Landesverband Bayern. München, 04.-06.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12sgkjFV2

doi: 10.3205/12sgkj02, urn:nbn:de:0183-12sgkj029

Veröffentlicht: 11. April 2012

© 2012 Schneider.
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Gliederung

Text

Zusammenfassung: Wir berichten über ein 4-jähriges Mädchen, welches bereits seit dem frühen Kleinkindesalter mit angestrengter Atmung, nächtlichen Apnoen, Schnarchen und ausgeprägter Tagesmüdigkeit auffiel. Postpartal wurde bei dem Kind eine Aortenisthmusstenose operativ korrigiert. Außerdem wurde im Verlauf bei rezidivierenden Otitiden und Bronchitiden die Diagnose einer primären Ziliendyskinesie gestellt.

Kurz vor stationärer Vorstellung in unserer Klinik entwickelte die Patientin außerdem im Rahmen einer rechtsseitigen Mastoiditis einen Torticollis spasticus im Sinne eines Grisel-Syndroms. Bei der Abklärung dieses Grisel-Syndroms stellte sich darüber hinaus eine dorsale Bogenschlußstörung des Atlas heraus.

Aufgrund einer verschlechterten pulmonalen Situation erfolgte im Oktober 2011 die stationäre Übernahme in unsere Kinderklinik. Auch nach Stabilisierung seitens der unteren Atemwege bestanden wiederholte Sauerstoffsättigungsabfälle bis auf 60%. Die Polysomnographie zeigte schließlich ein schwergradiges obstruktives Schlafapnoesyndrom. In der körperlichen Untersuchung fielen ein hoher, spitz zulaufender Gaumen, ein hoch gestellter Zungengrund sowie vergrößerte Gaumenmandeln auf, so dass sich das Bild eines Upper-Airway-Resistance-Syndroms ergab. Nach CPAP-Einstellung traten keine relevanten Hypopnoen und Apnoen mehr auf. Die Sauerstoffsättigungswerte normalisierten sich und die Tagesmüdigkeit war rasch rückläufig.

Als nächste Schritte sind nun eine erweiterte humangenetische Untersuchung sowie die Anlage einer Gaumensprengplatte und die operative Korrektur des Torticollis spasticus und der dorsalen Bogenschlußstörung des Atlas geplant.

Schlussfolgerung: Ca. 0,7% bis 2% aller Kinder leiden unter einem obstruktiven Schlafapnoesyndrom. Bei klinischen Hinweisen sollte frühzeitig eine entsprechende Diagnostik erfolgen. Dabei sollte ein besonderes Augenmerk auf anatomische Auffälligkeiten im orofacialen Bereich gelegt werden. In unserem Fall ist zu diskutieren, ob der Torticollis spasticus und die Wirbelsäulenfehlbildung einen aggravierenden Faktor für das Schlafapnoesyndrom darstellen.