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Jahrestagung der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft 2019

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft

29. - 30.11.2019, Leipzig

Biomechanische Charakterisierung der Hornhaut nach kornealen Cross-Linking

Meeting Abstract

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  • Robert Herber - Dresden
  • E. Spörl - Dresden
  • L.E. Pillunat - Dresden
  • F. Raiskup - Dresden

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft. Jahrestagung 2019 der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft. Leipzig, 29.-30.11.2019. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2020. Doc19sag21

doi: 10.3205/19sag21, urn:nbn:de:0183-19sag218

Veröffentlicht: 27. Februar 2020

© 2020 Herber et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Der Keratokonus ist eine Erkrankung der Hornhaut, bei der es zu einer irregulären Vorwölbung und Ausdünnung der Hornhaut kommt, einhergehend mit einer reduzierten Hornhautstabilität. Das korneale Cross-Linking (CXL) ist die häufigste angewendete Therapieoption bei progressiv verlaufendem Keratokonus, wodurch Quervernetzungen im Stroma erzeugt werden, die anschließend die Hornhautstabilität erhöhen. In dieser Studie soll der Effekt des CXL auf biomechanische Deformationsparameter (DCR) des dynamischen non-kontakt Scheimpflug-Tonometers (Corvis ST, Oculus, Wetzlar) untersucht werden.

Methode: In diese prospektive Studie wurden 33 Augen von 30 Keratokonus Patienten eingeschlossen, deren topo- und tomografische Befunde eine Progression innerhalb von 6 bis 12 Monate zeigten und daraufhin ein CXL erhielten. Das CXL wurde mit dem modifizierten beschleunigten Dresdner Protokoll durchgeführt (9mW/10min, UV-X 2000). Die Nachuntersuchungen fanden nach 2, 6 und 12 Monaten statt. Die topo- und tomografischen Untersuchungen erfolgten mittels Pentacam (Oculus, Wetzlar). Die mit dem Corvis ST ermittelten DCR Parameter waren der biomechanisch korrigierte Augeninnendruck (bIOP), der Steifigkeitsparameter der 1. Applanation (SPA1).

Ergebnisse: Das mittlere Alter der Patienten betrug 29,8 ± 8,5 Jahre. Der maximale Keratometrie-Wert reduzierte sich signifikant nach 12 Monaten von 57,6 ± 7,6 auf 56,5 ± 7,9 dpt (P= 0,04). Die dünnste Stelle der Hornhaut zeigte sich signifikant reduziert nach 2 und 6 Monaten (P<0,05) und erholte sich auf Baseline Niveau nach 12 Monaten (P=0,487). Bei den DCR Parametern zeigten sich der bIOP signifikant erhöht zu allen Nachuntersuchungen (P<0,05). SPA1 nahm signifikant von 58,6 ± 17,5 auf 62,8 ± 17,0 mm/mmHg nach 12 Monaten zu (P=0,03).

Schlussfolgerung: Der bIOP ist, ein auf Alter und Hornhautdicke, korrigierter Augeninnendruck, der sich in dieser Studie signifikant erhöht zeigt, dass wiederum ein Hinweis auf die Zunahme der Hornhautfestigkeit ist. Darüber hinaus zeigte sich ebenfalls eine signifikante Zunahme des Parameters SPA1 nach 12 Monaten. BIOP und SPA1 stellen somit wichtige Parameter dar, um den CXL Effekt in vivo zu beurteilen.