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Jahrestagung der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft

26. - 27.11.2010, Dresden

Wie sollte eine sinnvolle Verlaufskontrolle bei AMD Patienten aussehen?

Meeting Abstract

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  • Wolfgang Schrader - Nürnberg, Deutschland

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft. Jahrestagung 2010 der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft. Dresden, 26.-27.11.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10sag55

DOI: 10.3205/10sag55, URN: urn:nbn:de:0183-10sag556

Veröffentlicht: 24. November 2010

© 2010 Schrader.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Nach den MARINA und ANCHOR Studien führen monatliche Ranibizumabinjektionen über mindestens zwei Jahre zu einem durchschnittlichen Visusanstieg von >1 Zeile. In den USA werden daher monatliche Injektionen durchgeführt. Demgegenüber wird in der Fachinformation für die europäische Ranibizumab-Zulassung nach initialer Aufsättigung mit 3 Injektionen eine individuelle, visusabhängige Erhaltungstherapie empfohlen.

Methoden: Wir beobachteten 272 Patienten mit subfovealer CNV bei AMD mindestens ein Jahr nach initialer intravitrealer Anti-VEGF-Aufsättigung. Die Indikation zur Folgeinjektion war neben monatlichen Visuskontrollen abhängig vom vierteljährlich erhobenen Angiografiebefund (156 Augen) oder von monatlichen OCT-Kontrollen (106 Augen).

Ergebnisse: 77% der mit Bevacizumab und 56% der mit Ranibizumab behandelten Patienten erhielten lediglich die Upload-Behandlung. Innerhalb eines Jahres wurden 3,7 Bevacizumab bzw. 4,3 Ranibizumab-Injektionen verabreicht. Die 4. Injektion erfolgte 30,5 (Ranibizumab) bzw 37,7 Wochen (Bevacizumab) nach Erstinjektion. Im Gegensatz zu den Zulassungs-Studien war nach einem Jahr der Visusgewinn nach der Aufsättigung von durchschnittlich 3 Zeilen wieder weitgehend aufgezehrt.

Schlussfolgerung: Mit den hiesigen Therapieempfehlungen wird das Potential von Ranibizumab (aber auch von Bevacizumab) nur unzureichend genutzt. Der in der Fachinformation für Lucentis genannte Visusabfall von 5 Buchstaben ist als Wiederbehandlungskriterium ungeeignet. Wir haben deshalb auf monatliche OCT- und Visuskontrollen umgestellt. Mit Hilfe der neuesten OCT Generation lassen sich auf der Basis monatlicher Kontrollen und mindestens vierteljährlicher Injektionen mit 7 statt 12 Injektionen im Jahr der monatlichen Injektion gleichwertige Ergebnisse erzielen, wie einige Zentren in der Schweiz und in den USA beweisen konnten. Inzwischen wurde von einem 22köpfigen Gremium der Versuch unternommen, eine europaweite Behandlungsempfehlung für die feuchte AMD zu formulieren. Nach diesem Entwurf ist der Visus nur ein untergeordnetes Kriterium, viel entscheidender ist der OCT-Befund.