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Jahrestagung der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft

26. - 27.11.2010, Dresden

Funktionelle Unterschiede zwischen dem Normal- und Hochdruckglaukom bei gleicher glaukomatöser Papillenschädigung

Meeting Abstract

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  • Janek Häntzschel - Dresden, Deutschland
  • F. Sorgenfrei - Dresden, Deutschland
  • L.E. Pillunat - Dresden, Deutschland

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft. Jahrestagung 2010 der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft. Dresden, 26.-27.11.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10sag15

DOI: 10.3205/10sag15, URN: urn:nbn:de:0183-10sag151

Veröffentlicht: 24. November 2010

© 2010 Häntzschel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Normaldruckglaukom stellt eine Subgruppe der Glaukome dar, bei welcher der Augeninnendruck als wichtigster Risikofaktor im Normalbereich liegt. Derzeitig bestehen unterschiedliche Ansichten hinsichtlich funktioneller Unterschiede zwischen dem NDG und dem Hochdruck-Offenwinkelglaukom.

Methoden: Retrospektiv erfolgte auf Basis einer gleichen Papillengröße und Papillenexcavation eine paarweise Zuordnung von 126 Augen mit Normaldruckglaukom (NDG) und 126 Augen mit Hochdruckglaukom (HDG). Die glaukomatösen Randstrukturparameter wurden mittels HRT bestimmt, die retinale Nervenfaserschicht mittels HRT und GDxVCC untersucht. Die Gesichtsfelduntersuchung erfolgte mit dem 30/2 Schwellentest des Humphrey-Perimeter.

Ergebnisse: Der erstmalige Vergleich von paarweise einander zugeordneten Augen mit der Diagnose NDG und HDG mit gleicher glaukomatöser papillärer Strukturschädigung zeigt eindeutig bessere funktionelle Ergebnisse (Visus und Gesichtsfeld) der NDG Patienten. Diese beruhen auf einer signifikant besser erhalten retinalen Nervenfaserstruktur. Es besteht beim NDG wie beim HDG eine signifikante Beziehung zwischen glaukomatöser Strukturschädigung und konsekutiven funktionellen Veränderungen.

Schlussfolgergung: Bei gleicher morphologischer Papillenschädigung weisen die NDG Patienten einen geringeren Gesichtsfeldschaden auf. Die besser erhaltene Nervenfaserschicht lässt auf einen stärkeren Gliaverlust deuten, welcher als Hinweis auf den neurodegenerative Charakter des Glaukoms zu werten sein könnte.