gms | German Medical Science

173. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

04.02. - 05.02.2011, Münster

Interferon-alfa-2b zur Therapie des Bindehautmelanoms

Meeting Abstract

  • C. Schumacher - Münster
  • C. Heinz - Münster
  • A. Heiligenhaus - Münster
  • J. Koch - Münster

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 173. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Münster, 04.-05.02.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11rwa28

DOI: 10.3205/11rwa28, URN: urn:nbn:de:0183-11rwa280

Veröffentlicht: 2. Februar 2011

© 2011 Schumacher et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Das Bindehautmelanom ist eine seltene Erkrankung (Inzidenz 0,03–0,08) mit einer 5-Jahresüberlebensrate zwischen 68 und 93% und hoher Rezidivwahrscheinlichkeit. Allgemeingültige Therapiestrategien existieren zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht. Bei isolierten Läsionen kommt eine exzisionale Biopsie in Betracht, ggfs. mit adjuvanter Bestrahlung bzw. Kryotherapie der Ränder. Alternativ lokale Chemotherapie mit Mitomycin C 0,02 bzw. 0,04%, 5-Fluorouracil 1% oder Interferon α2b 1 Mio. IU/ml.

Fallbeschreibung: 71jährige Patientin mit Zustand nach mehrfacher Bindhautexzision in den 70er Jahren bei histologisch gesicherten Bindehautmelanomrezidiven bis hin zur Perforation und Skleradeckung 1991. 1994 Rezidiv zirkulär am Limbus und im Bereich der Skleradeckung. In der Folge dreimalige Tumorexzision mit Kryokoagulationstherapie und 3 Zyklen Mitomycin C. Nach dem dritten MMC-Zyklus Entwicklung einer kompletten Stammzellinsuffizienz. 2008 neuen dissiminierten pigmentierten Läsionen. Therapie mit Interferon α2b Augentropfen über mehrere Monate 4–5x tgl. Hierunter kam es zur vollständigen Rückbildung der Pigmentierung ohne Nebenwirkungen.

Schlussfolgerung: Im Rahmen von kutanen Melanomen wurde Interferon α2b bereits erfolgreich eingesetzt. Die Fallbeschreibung zeigt ein vielversprechende Ergebnis in Bezug auf pigmentierte Bindehautumore, so dass prospektive Studien mit Langzeitbeobachtungen sinnvoll erscheinen.