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172. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

29.01. - 30.01.2010, Bonn

Radiologische Diagnostik und Therapie der Carotis-Cavernosus-Fisteln

Meeting Abstract

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  • L. Heuser - Institut f. Diagnost. & Intervent. Radiologie, Neuroradiologie & Nuklearmedizin, Bochum
  • M. J. Lee - Institut f. Diagnost. & Intervent. Radiologie, Neuroradiologie & Nuklearmedizin, Bochum

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 172. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Bonn, 29.-30.01.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10rwa72

DOI: 10.3205/10rwa72, URN: urn:nbn:de:0183-10rwa726

Veröffentlicht: 10. März 2010

© 2010 Heuser et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Carotis-Cavernosus Fisteln (CCF) sind seltene abnorme Shuntverbindungen zwischen A. carotis interna/externa und dem Sinus cavernosus. Diskutiert werden angeborene und erworbene Faktoren, wie z.B. Schädelhirntrauma, Sinusvenenthrombose, postoperativ. Klinisch imponieren diese mit orbitalen und okulären Symptomen, wie z.B. Exophthalmus, episkleraler Gefäßstauung, Lidödem, Chemosis, Motilitätseinschränkung oder Augeninnendruckerhöhung. Die Einteilung erfolgt nach Barrow (A=direkter Shunt, B, C, D =indirekter Shunt über A. carotis int., ext. oder int.+ext.).

Methoden: Zur Diagnostik kamen CT, MRT und DSA zum Einsatz. Die Therapie bestand in der superselektiven Embolisation transarteriell, transvenös oder in Kombiation beider Techniken. Von 1988 bis 2009 insgesamt 16 Patienten (4 Männer und 12 Frauen zwischen 29 und 92 Jahren) bildgebend diagnostiziert und therapiert.

Ergebnisse: Typische Zeichen in CT und MRT sind die vaskuläre Kongestion der Orbita mir Erweitung der Orbitalvenen. Sicherung der Diagnose, Einteilung des Fisteltyps und Festlegung der Therapie erfolgen mit der selektiven Angiographie. Bei 6 Patienten ergab sich ein Typ A, bei 2 Patienten ein Typ B, bei 3 Patienten ein Typ C und bei 5 Patienten ein Typ D. 11 CCFs wurden technisch erfolgreich vollständig okkludiert, bei 5 nur gelang nur eine Teilokklusion, allerdings mit einer anschließenden spontanen Thrombosierung und mit vollständigem Verschluss der CCF. In allen Fällen bildeten sich die Augensymptome postinterventionell zurück, 2 Patienten erlitten einen reversiblen Mediateilverschluss und einer eine Sinusvenenthrombose, welche nach erfolgreicher Therapie wieder rekanalisiert war.

Schlussfolgerung: Die endovaskuläre Embolisation ist das therapeutische Mittel der Wahl zur Therapie einer CCF aufgrund der geringen Invasivität und des guten Outcomes. Wegen des geringeren Risikos und der besseren Resultate sollte eine transvenöse Embolisation bevorzugt werden. Bei geringer Symptomatik, kann eine konservative Therapie (z.B. manuelle Carotiskompression) in Betracht gezogen werden. Entscheidend ist, dass der Augenarzt die Erkrankung erkennt und richtig einschätzt, damit der Patient rechtzeitig eine endovaskuläre Therapie erhält, bevor irreversible Schäden (Visusverlust) entstehen.