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172. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

29.01. - 30.01.2010, Bonn

Akute Netzhautnekrose – Eine Metaanalyse über aktuelle Therapiestrategien

Meeting Abstract

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  • Kadir Kocadag - Universitäts-Augenklinik Essen
  • Claudia Metz - Universitäts-Augenklinik Essen
  • Norbert Bornfeld - Universitäts-Augenklinik Essen

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 172. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Bonn, 29.-30.01.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10rwa65

DOI: 10.3205/10rwa65, URN: urn:nbn:de:0183-10rwa656

Veröffentlicht: 10. März 2010

© 2010 Kocadag et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Therapie der viral bedingten akuten Netzhautnekrose stellt weiterhin eine Herausforderung dar und konnte in den letzten Jahren die schlechte Prognose in Bezug auf das funktionelle Endergebnis nicht signifikant bessern. Bisher gibt es keinen eindeutigen Konsens über Therapiestrategien. Eine systemische antivirale Medikamentenapplikation in oraler, intravenöser oder intravitrealer Form, sowie die chirurgische Intervention stehen im Blickpunkt der Autoren. Auch eine prophylaktische Laserkoagulation stellt eine umstrittene Therapiekomponente dar.

Methoden und Ergebnisse: Retrospektiv wurden ca. 20 klinikinterne Patienten sowie im Rahmen einer Metaanalyse publizierte Fälle akuter Netzhautnekrosen analysiert. Vorgestellt werden die Ergebnisse in Bezug auf prädisponierende Erkrankungen, Visusverlauf, Erreger, Therapiestrategien und Komplikationen. Anhand der Ergebnisse werden präferierte und vorgeschlagene Empfehlungen bezüglich Diagnostik und Therapie dargestellt.

Schlussfolgerungen: Es gibt keinen Goldstandard in der Behandlung der akuten Netzhautnekrose. Die Therapiestrategien sollten individuell angepasst und abhängig vom klinischen Verlauf neu überdacht werden. Eine antivirale Oraltherapie in Verbindung mit intravitrealen Medikamentenapplikationen scheinen einer alleinigen intravenösen Therapie nicht unterlegen zu sein. Des Weiteren stellt die Vitrektomie in Bezug auf Diagnostik und Therapie eine wichtige Komponente im Management dieser Erkrankung dar. Weitere randomisierte Studien sind notwendig um suffiziente Therapiestrategien festlegen zu können.