gms | German Medical Science

172. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

29.01. - 30.01.2010, Bonn

Topisches Mitomycin C als Therapie konjunktivaler Tumore

Meeting Abstract

  • M. Schallenberg - Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen
  • N. Niederdräing - Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen
  • A. Tomaszewski - Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen
  • H. Westekemper - Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen
  • K.-P. Steuhl - Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen
  • D. Meller - Zentrum für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Essen

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 172. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Bonn, 29.-30.01.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10rwa08

DOI: 10.3205/10rwa08, URN: urn:nbn:de:0183-10rwa088

Veröffentlicht: 10. März 2010

© 2010 Schallenberg et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Die Gruppe der Tumore des okulären Oberflächenepithels umfasst eine Vielzahl von unterschiedlichen benignen und malignen Läsionen. Bei malignen Tumoren und Präkanzerosen steht die Tumorkontrolle bei der Wahl der Therapie im Vordergrund. Hierbei gilt die komplette Exzision mit tumorfreien Schnitträndern als Goldstandard sowohl bei der Therapie der Plattenepithelneoplasien als auch der melanozytären Neoplasien. Dennoch kann bei diffuser Ausdehnung oder großen Tumoren eine komplette Exzision des Tumors im Gesunden nicht möglich sein. Hier sind alternative oder adjuvante Therapiemethoden zur Behandlung nötig. Topische Chemotherapie mit Mitomycin C (MMC) gewinnt hierbei immer mehr Bedeutung. Die Vorteile einer Therapie mit MMC bestehen vor allem in der guten Verträglichkeit und geringen Nebenwirkungen.

Methoden: Zusammenfassung der Literatur und retrospektive Analyse eigener Behandlungsergebnisse.

Ergebnisse: Nach bisherigen Studienergebnissen stellt bei Plattenepithelneoplasien der Bindehaut MMC eine gute Therapieoption dar. Bei konjunktivalen intraepithelialen Neoplasien (CIN) kann MMC als alleinige Therapie eingesetzt werden. Bei invasiven Plattenepithelkarzinomen kann MMC als adjuvante Therapie dazu beitragen die Rezidivrate stark zu senken. Melanozytäre Tumore der Bindehaut scheinen schlechter auf MMC anzusprechen. Bei einer primär erworbenen Melanose (PAM) kann MMC eine Therapieoption darstellen. Bei Verdacht auf ein malignes Melanoms ist eine primäre Chemotherapie mit MMC obsolet, da keine ausreichende Tumorkontrolle gewährleistet werden kann.

Zusammenfassung: MMC stellt bei CIN und womöglich auch bei invasivwachsenden epithelialen Tumoren eine gute Therapieoption dar. Die guten Ergebnisse müssen sich jedoch in großen Multizenterstudien mit Langzeitnachbeobachtungen bestätigen. Bei einer PAM mit Atypien stellt MMC eine gute Therapieoption dar. Sobald jedoch der Verdacht eines malignen Melanoms besteht, ist eine primäre Chemotherapie mit MMC obsolet. Weitere größere prospektive Studien sind nötig um die Wirksamkeit von MMC bei melanozytären Tumoren der Bindehaut abschließend bewerten zu können.