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25. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

01.06. - 02.06.2012, Münster

20-gauge Vitrektomie mit subretinaler Endodrainage zur Behandlung von traktiven und rhegmatogenen Ablationes

Kongressabstract

  • Fabian Höhn - Klinikum Ludwigshafen
  • C. Kuhli-Hattenbach - Klinikum Ludwigshafen
  • T. Brauns - Klinikum Ludwigshafen
  • L.-O. Hattenbach - Klinikum Ludwigshafen

Retinologische Gesellschaft. 25. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Münster, 01.-02.06.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12rg55

doi: 10.3205/12rg55, urn:nbn:de:0183-12rg559

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2012/12rg55.shtml

Veröffentlicht: 30. Mai 2012

© 2012 Höhn et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Ablatio retinae ist der häufigste retinologische Notfall. Unbehandelt schreitet die Netzhautablösung häufig fort und führt regelmäßig zu einer dauerhaften Funktionsminderung oder funktionellen Erblindung. Die pars plana Vitrektomie stellt, neben der Buckelchirurgie, das bevorzugte Operationsverfahren zur Behandlung der Amotio retinae in Deutschland dar. Wir zeigen unsere Ergebnisse nach subretinaler Flüssigkeitsdrainage im Rahmen einer 20 gauge Vitrektomie zur Behandlung von einfachen und komplexen Amotiones.

Methode: Bei der subretinalen Drainage wird durch eine Retinotomie oder das vorbestehende Foramen ein flexibler 20 gauge Silikon-Tip-Sauger unter die Netzhaut geführt und die vorhandene Flüssigkeit im Rahmen eines Flüssigkeit-Luft-Austauschs drainiert. Perfluorodecaline werden während der gesamten Vitrektomie in der Regel nicht benötigt. Die Retinopexie mittels Laserkoagulation erfolgt unter Luft bzw. Silikonöl. 202 Patienten (75 Frauen, 127 Männer), Durchschnittsalter 68 Jahre (± 17,4) erhielten eine 20 gauge ppV mit subretinaler Drainage. 143 Augen wiesen eine rhegmatogene Amotio auf (34 Augen mit durchgreifendem Makulaforamen). In 59 Augen fand sich eine proliferative Vitreoretinopathie (PVR) Grad B oder C (29,2%). 16 Patienten waren in anderen Zentren vorbehandelt worden. Lediglich 42 Augen waren pseudophak. Insgesamt war bei 161 Augen die Makula bereits präoperativ abgehoben (79,7%).

Ergebnisse: Bei Demissio der Patienten betrug die primäre Wiederanlage-Rate 100%. Bei 9 Patienten kam es im Verlauf zu einer Reamotio (4,5%), die jedoch durch eine erneute ppV in allen Fällen erfolgreich behandelt werden konnte. Der mittlere Visus in logMAR stieg von 1,3 präoperativ auf 1,2 bei Demissio. Durchschnittlich 15 Wochen nach Demissio betrug der gemittelte logMAR-Visus 0,8 und 24 Wochen nach Vitrektomie 0,6.

Zusammenfassung: Die 20 gauge pars plana Vitrektomie mit subretinaler Flüssigkeitsdrainage ist ein geeignetes operatives Verfahren, um sowohl einfache als auch komplexe Netzhautablösungen zur Wiederanlage zu bringen und den Visus des Patienten, trotz häufig präoperativ abgehobener Makula, signifikant zu steigern. Perfluorodecaline werden in der Regel nicht benötigt.