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25. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

01.06. - 02.06.2012, Münster

Elektrostimulation als Behandlungsmöglichkeit bei Patienten mit trockener AMD: erste Ergebnisse mit dem TheraMac Gerät

Kongressabstract

  • Gerasimos Anastassiou - Augenklinik, Evangelische Kliniken Gelsenkirchen
  • A.L. Schneegans - Augenklinik, Evangelische Kliniken Gelsenkirchen
  • M. Iliadou - Augenklinik, Evangelische Kliniken Gelsenkirchen
  • M. Selbach - Augenklinik, Evangelische Kliniken Gelsenkirchen
  • S. Kremmer - Augenklinik, Evangelische Kliniken Gelsenkirchen

Retinologische Gesellschaft. 25. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Münster, 01.-02.06.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12rg16

DOI: 10.3205/12rg16, URN: urn:nbn:de:0183-12rg169

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2012/12rg16.shtml

Veröffentlicht: 30. Mai 2012

© 2012 Anastassiou et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Elektrostimulation stellt aufgrund von vielen Untersuchungen eine zumindest theoretische Option zur Behandlung von retinalen Erkrankungen dar. Mehrere Geräte werden derzeit – zumindest online – zur Behandlung der trockenen AMD angeboten. Bisher liegen jedoch keine überprüfbaren Daten zur Wirksamkeit vor (siehe auch Stellungnahme der RG Januar 2012). Diese Arbeit überprüft die Wirksamkeit eines dieser Geräte.

Methoden: Derzeit 16 Patienten (Rekrutierung noch offen) mit trockener AMD und Visus zwischen 0.3–0.6 werden in einer prospektiven placebo kontrollierten Studie mit dem TheraMac Gerät behandelt. Die Behandlung erfolgt mit einer Sonde durch die Lider zwei Mal am Tag für fünf aufeinander folgende Tage. EDTRS Visus, Kontrastsehen, Mikroperimetrie (Sensitivität und Fixationsstabilität), SD-OCT und VFQ-25 Fragebogen werden vor der Behandlung, am Tag 5, 4 Wochen danach und 6 Monate später evaluiert.

Ergebnisse: In der Therapiegruppe (n=12) zeigte sich eine signifikante Verbesserung des EDTRS Visus nach 5 Tagen (+4,3 Buchstaben, p=0,003), nach 4 Wochen (+5,5 Buchstaben, p=0,002), und nach 6 Monaten (+5,1 Buchstaben, n=10, p=0,05). Eine signifikante Verbesserung zeigte ebenfalls das Kontrastsehen nach 5 Tagen (p=0,006) und nach 4 Wochen (p=0,004), wobei sich die Werte nach 6 Monaten wieder verschlechterten und keinen signifikanten Unterschied zum Ausgangsbefund zeigten. In der Kontrollgruppe (n=4, Rekrutierung offen) zeigten weder der EDTRS Visus noch das Kontrastsehen einen Unterschied nach 5 Tagen.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der Therapiegruppe sind ermutigend und begründen die Evaluation der Elektrostimulation in einem größeren Kollektiv. Die noch abzuwartenden Ergebnisse der Kontrollgruppe könnten diesen ersten Eindruck bestärken oder abschwächen.