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23. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

24.09. - 25.09.2010, Freiburg

Können genetisch modifizierte PEDF-sezernierende RPE Zellen die VEGF Inhibitoren in der Behandlung der AMD ersetzen?

Kongressabstract

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  • Gabriele Thumann - Augenklinik der RWTH Aachen

Retinologische Gesellschaft. 23. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Freiburg i. Br., 24.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10rg52

doi: 10.3205/10rg52, urn:nbn:de:0183-10rg523

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2010/10rg52.shtml

Veröffentlicht: 21. September 2010

© 2010 Thumann.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die intravitreale Injektion von VEGF Inhibitoren erzielt eine signifikante Visusverbesserung in über 30% der Patienten mit exsudativer AMD. Zusätzlich zu den möglichen systemischen Nebenwirkungen und den hohen Kosten sind die häufigen, möglicherweise lebenslangen intravitrealen Injektionen von signifikanten okulären Risiken begleitet. Um diese Nachteile der wiederholten anti-VEGF Injektionen zu vermeiden, haben wir RPE Zellen mit nicht-viralen Methoden mit dem PEDF Gen transfiziert. Die Transplantation dieser Zellen in den subretinalen Raum soll die Neovaskularisation hemmen und ein angemessenes neurotrophes Milieu aufrecht erhalten.

Methoden: RPE Zellen wurden mittels Elektroporation mit einem Plasmid, welches humanes PEDF kodiert, transfiziert. Transfektionseffizienz und Expressionsstabilität konnte im zeitlichen Verlauf durch Immunoblots nachgewiesen. Die biologische Aktivität des rekombinanten PEDF wurde in vitro auf dem Gebiet der Inhibierung von Endothelzell-Chemotaxis, Gefäßbildung und Endothelzellapoptose mit Bevacizumab verglichen. Die genomische Stabilität hinsichtlich Differenzierungsfaktoren und Tumormarkern wurde mittels Real-Time PCR bestimmt.

Ergebnisse: Rekombinantes PEDF, von RPE Zellen exprimiert und mit einer Rate von 32 ng PEDF/Stunde/100.000 Zellen ins Zellkulturmedium sezerniert, konnte über einen Zeitraum von 1,5 Jahren bzw. über multiple Passagen nachgewiesen werden. rPEDF inhibiert in vitro Endothelzellproliferation, Chemotaxis und Gefäßbildung. Im Vergleich ist rPEDF in allen Aspekten der in vitro Angiogenesehemmung um den Faktor 2000 wirksamer als Bevacizumab. Auf genomischer Ebene konnten unerwünschte Nebeneffekte der PEDF Integration ausgeschlossen werden.

Schlussfolgerungen: Die Überexpression von PEDF von ex vivo genetisch modifizierten Zellen eröffnet eine neue therapeutische Strategie für die Therapie der AMD. Werden diese Zellen in den subretinalen Raum transplantiert, inhibieren sie die Neovaskularisation und verbessern das neuronale Überleben.