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10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010)

Deutsche Gesellschaft für Infektiologie,
Deutsche AIDS-Gesellschaft,
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit,
Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie

23.06. - 26.06.2010, Köln

PIKS – Pandemische Influenza A/H1N1 Krankenhaus Surveillance, Deutschland 2009/2010

Pandemic Influenza A/H1N1 Hospital Surveillance, Germany 2009/2010

Meeting Abstract

  • M. Wadl - Robert-Koch-Institut, Abteilung für Infektionsepidemiologie, FG32 Surveillance, Berlin, Germany
  • C. Adlhoch - Robert-Koch-Institut, Abteilung für Infektionsepidemiologie, FG32 Surveillance, Berlin, Germany; Robert-Koch-Institut, Abteilung für Infektionsepidemiologie, Postgraduiertenausbildung für angewandte Epidemiologie, Berlin, Germany
  • M. Behnke - Charité-Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin, Nationales Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen, Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Berlin, Germany
  • L. A. Diaz - Charité-Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin, Nationales Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen, Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Berlin, Germany
  • J. Clausmeyer - Charité-Universitätsmedizin Berlin Campus Benjamin Franklin, Nationales Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen, Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Berlin, Germany
  • T. Eckmanns - Robert-Koch-Institut, Abteilung für Infektionsepidemiologie, FG32 Surveillance, Berlin, Germany

10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010). Köln, 23.-26.06.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. DocINF 11-5

DOI: 10.3205/10kit026, URN: urn:nbn:de:0183-10kit0268

Veröffentlicht: 2. Juni 2010

© 2010 Wadl et al.
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Gliederung

Text

Seit April 2009 breitete sich weltweit ein neues, pandemisches Influenza A/H1N1 (nH1) Virus aus. Das Robert Koch-Institut (RKI) implementierte daher in der 49. Kalenderwoche (KW) 2009 mit der Pandemischen Influenza Krankenhaus Surveillance (PIKS) ein bundesweit freiwilliges Surveillance-System. Ziel war, den Anteil hospitalisierter nH1-Erkrankungs- sowie nH1-Todesfälle während der nH1-Welle in Deutschland zu erfassen, um die Schwere der nH1-Infektionen und die Belastung der Krankenhäuser beurteilen zu können. Als nH1-Fall galt ein Patient mit nH1-PCR-Nachweis. Es wurden aggregierte Daten aus dem gesamten Krankenhaus bezüglich Neuaufnahmen und nH1-Neuaufnahmen sowie Todesfällen und Todesfällen in zeitlicher Assoziation mit nH1 erhoben. In den Intensivstationen wurden alle Neuaufnahmen und nH1-Neuaufnahmen sowie Patiententage und nH1-Patiententage, einschließlich der Anzahl beatmungspflichtiger nH1-Patiententage ermittelt. Die erhobenen Daten wurden wöchentlich über das elektronische Übermittlungstool webkess des Nationalen Referenz Zentrums für Surveillance nosokomialer Infektionen eingegeben, am RKI ausgewertet und veröffentlicht. Bis zur 10. KW 2010 nahmen Krankenhäuser und Intensivstationen aus 8 Bundesländern teil. Pro Woche stellten 11–25 Krankenhäuser und Intensivstationen Daten zur Verfügung. Ein geschätzter Einzugsbereich von 1,4–2,7% der deutschen Bevölkerung wurde abgedeckt. Auf der Ebene des gesamten Krankenhauses wurden wöchentlich 0–18 nH1-Neuaufnahmen (0–0,4% aller Neuaufnahmen) übermittelt. Im Durchschnitt nahm der Anteil an nH1-Neuaufnahmen pro Woche um 18% ab (Inzidenz-Raten-Verhältnis: 0,82; 95% Konfidenzintervall: 0,70–0,95). Zwischen 0 und 4 Todesfälle (0–2,1% aller Todesfälle) waren wöchentlich nH1-assoziiert. Auf den Intensivstationen wurden pro Woche 0-14 nH1-Neuaufnahmen (0–1,8% aller Neuaufnahmen erfasst. Der Anteil an nH1-Patiententagen betrug 0,3–5,0%, fast alle davon waren beatmungspflichtig (>90%). Auf Grund der geringen Anzahl freiwillig teilnehmender Krankenhäuser können keine für Deutschland repräsentativen Aussagen getroffen werden. Die nH1-Belastung der teilnehmenden Krankenhäuser war im gesamten beschriebenen Zeitraum gering und sank in der Untersuchungsperiode kontinuierlich ab. Auf den Intensivstationen war der Anteil an nH1-Patienten höher als auf der Ebene des gesamten Krankenhauses. Zusammen mit dem hohen Anteil beatmungspflichtiger nH1-Patiententage verdeutlicht dies die mögliche Schwere von nH1-Erkrankungen.