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Familienmedizin in der hausärztlichen Versorgung der Zukunft. Wissenschaftlicher Kongress zur Positionsbestimmung der Familienmedizin in Deutschland.

Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin der Universität Witten/Herdecke

11.11.2011, Witten

Wie könnte die Versorgung von Menschen mit Demenz im Jahre 2030 aussehen? Ergebnisse eines interdisziplinären Szenario-Prozesses (Sze-Dem)

Meeting Abstract

  • Horst Christian Vollmar - Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Standort Witten; Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin der Universität Witten/Herdecke
  • Bernd Beckert - Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), Karlsruhe
  • Kerstin Goluchowicz - Fachgebiet Innovationsökonomie, Technische Universität Berlin
  • Ewa Dönitz - Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)
  • Stefan Wilm - Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin der Universität Witten/Herdecke
  • Sabine Bartholomeyczik - Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Standort Witten; Fachgebiet Innovationsökonomie, Technische Universität Berlin; Institut für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke
  • Christine Riesner - Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Standort Witten
  • Ines Buscher - Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Standort Witten

Familienmedizin in der hausärztlichen Versorgung der Zukunft. Wissenschaftlicher Kongress zur Positionsbestimmung der Familienmedizin in Deutschland. Witten, 11.-11.11.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11iaf22

DOI: 10.3205/11iaf22, URN: urn:nbn:de:0183-11iaf226

Veröffentlicht: 8. November 2011

© 2011 Vollmar et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Die Politik hat auf die Zunahme neurodegenerativer Erkrankungen reagiert und die Forschungsförderung sukzessive gesteigert. Anstrengungen auf der Forschungsseite stehen Defizite in der Versorgung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen gegenüber.

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) hat in Kooperation mit der Universität Witten/Herdecke und dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) einen Szenario-Prozess durchgeführt, um mögliche Zukünfte der Versorgung von Menschen mit Demenz aufzuzeigen (Sze-Dem Projekt).

Methoden: Die Entwicklung der Szenarien wird wie folgt durchgeführt:

  • Identifizierung der relevanten Einflussfelder per Literaturanalyse und Internetrecherche
  • Systematische Sammlung der relevanten Trends in den einzelnen Feldern (sog. Deskriptoren)
  • Bewertung der Deskriptoren bzgl. ihrer möglichen Ausprägungen in einem multidisziplinären Expertenworkshop mit ca. 50 Teilnehmern
  • Verknüpfung der gewichteten Deskriptoren und ihrer Ausprägungen in einer sog. Konsistenz-Matrix
  • Softwaregestützte Berechnung konsistenter Kombinationen (Szenarienbündel)
  • Ausformulierung schlüssiger Szenarien als mögliche Zukunftsbilder und Rückkoppelung zu den beteiligten Experten

Ergebnisse: Aus über 7 Billionen Möglichkeiten blieben am Ende des Prozesses fünf in sich konsistente Szenarien übrig. Diese wurden ausführlich beschrieben und grafisch illustriert. Hieraus wurden Forschungsfragen und Handlungsoptionen für unterschiedliche Stakeholder generiert.

Interpretation: In Deutschland wird die Szenario-Methode im strategischen Management genutzt, während sie in den Niederlanden seit den 80er Jahren zur systematischen Weiterentwicklung des Gesundheitssystems eingesetzt wird. Bisher wurde sie nicht für die Demenz (-Versorgung) angewendet. Der Nutzen von Sze-Dem liegt in der systematischen und interdisziplinären Analyse relevanter Daten und Fakten sowie in der Verarbeitung von Prognosen und Expertenurteilen über die zukünftige Versorgung von Menschen mit Demenz.