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11. Symposium Health Technology Assessment

Deutsche Agentur für HTA des DIMDI – DAHTA

17. - 18.03.2011, Köln

„HTA und Impact“: Erfahrungen des Ludwig Boltzmann Instituts für HTA/Österreich

Meeting Abstract

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  • Ingrid Zechmeister-Koss - Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment, Wien, Österreich

11. Symposium Health Technology Assessment. Köln, 17.-18.03.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hta11

DOI: 10.3205/11hta11, URN: urn:nbn:de:0183-11hta112

Veröffentlicht: 16. März 2011

© 2011 Zechmeister-Koss.
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Gliederung

Abstract

Hintergrund: Das Ziel von Health Technology Assessment (HTA) ist die Bereitstellung evidenzbasierter Entscheidungsgrundlagen, die zu Gunsten eines effizienten und angemessenen Ressourceneinsatzes im Gesundheitswesen eingesetzt werden und letztlich zu mehr Gesundheit beitragen sollen. Um die Forschungsfinanzierung zu legitimieren sowie die zukünftige Forschung zu priorisieren, wurde der Impact der HTA-Forschung am Ludwig Boltzmann Institut für HTA (LBI-HTA) sowie an der HTA-Abteilung des Instituts für Technikfolgenabschätzung (ITA) einer Evaluation unterzogen.

Methode: Mögliche Effekte der HTA-Forschung, wurden mit einer Kombination aus quantitativen und qualitativen Methoden erhoben. Untersucht wurden die Wahrnehmung und Akzeptanz von HTA, der Einsatz von HTA im Politik- und Entscheidungsprozess, die Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Praxis, ökonomische Effekte sowie die Entwicklung einer „HTA-Kultur“ im wissenschaftlichen, medialen und Entscheidungsfindungskontext. Es wurden Zielgruppen auf der Mikro-, Meso- und Makroebene betrachtet.

Ergebnisse: Die untersuchten HTA-Produkte werden in Österreich primär von Verwaltungen und dem Management in Krankenanstaltengesellschaften, von Sozialversicherungsträgern, sowie dem Bundesministerium für Gesundheit (in unterschiedlichen Bereichen wie öffentlicher Gesundheitsdienst, Krankenanstaltenfinanzierung etc.) genutzt. MedizinerInnen nutzen die Berichte weniger im direkten PatientInnenkontakt, sondern für andere Tätigkeiten (z.B. als Hilfestellung für Forschungsdesigns). Punktuelle fließen HTA-Ergebnisse verstärkt und in standardisierter Form in Entscheidungsprozesse ein. Einzelne Fallbeispiele zeigen, dass HTA-Berichte zu einer deutlichen Kostenreduktion bei gleichbleibender Leistungsqualität geführt haben. In den Medien gibt es hingegen kaum Hinweise für eine zunehmende „HTA-Kultur“. Eine ausgewogene Nutzen-Risiko Kommunikation ist nicht festzustellen.

Diskussion und Fazit: Ein multi-dimensionaler Impact der HTA-Forschung am ITA und LBI-HTA konnte gezeigt werden, der jedoch in allen Kategorien noch ausbaufähig ist. Mangelnder Impact beruht häufig auf externen Faktoren (z.B. fehlender Wille zur Umsetzung bei Entscheidungsträgern, Gegenlobbys). Thematisch und zeitlich entscheidungsnahe Forschung, verstärkte Verankerung in Entscheidungsprozessen und Ressourcenflexibilität zugunsten rascher Reaktion auf gesundheitspolitische Fragen wurden als stärkste Impact-Motoren identifiziert.