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8. Symposium Health Technology Assessment

Deutsche Agentur für HTA des DIMDI – DAHTA@DIMDI

18. - 19.10.2007, Köln

Die Bedeutung von HTA für die Diabetologie

Meeting Abstract

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  • corresponding author Jürgen Fritze - Verband der privaten Krankenversicherung e.V., Köln, Deutschland

Deutsche Agentur für Health Technology Assessment des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information. 8. Symposium Health Technology Assessment. Köln, 18.-19.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hta17

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hta2007/07hta17.shtml

Veröffentlicht: 12. Oktober 2007

© 2007 Fritze.
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Gliederung

Abstract

Der Bevölkerungsbezug von HTA impliziert, dass HTA insbesondere bei hochprävalenten, mit hohen direkten und indirekten Krankheitskosten verbundenen Krankheiten indiziert ist, bei denen präventive und therapeutische Alternativen zur Auswahl stehen. HTA bietet den Entscheidern Evidenz-basierte Auswahlkriterien. In Deutschland sind rund 4 Millionen Frauen und Männer, also ca. 5% der Bevölkerung, betroffen, in den neuen Bundesländern häufiger als in den alten, Frauen häufiger als Männer, mit dem Alter ansteigend. Diabetes ist also hochprävalent. Diabetes ist Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall, Niereninsuffizienz, Erblindung und arterielle Verschlußkrankheit (Amputation) und verkürzt die Lebenserwartung, zieht also eine erhebliche lebenslange Sekundärmorbidität nach sich. Damit ist eine überdurchschnittliche Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen mit entsprechenden direkten und indirekten Kosten verbunden. Die Studie der AOK Hessen schätzte die direkten Kosten für Deutschland auf 14,6 Mrd. €/Jahr, die indirekten auf 7,7 Mrd. €. Zu den Risikofaktoren gehört z.B. gemäß MONICA-Projekt insbesondere das Übergewicht und damit verbunden wie auch unabhängig der Bewegungsmangel. Die Prävalenz des Übergewichts liegt in der Allgemeinbevölkerung inzwischen über 50% mit Betonung der neuen Bundesländer und Bildungsabhängigkeit. Für körperliche Aktivität gibt es im internationalen Vergleich Verbesserungspotentiale. Bewegung, Ernährungsoptimierung und Gewichtsabnahme sind Grundpfeiler der Prävention und Therapie, ergänzt um orale Antidiabetika und Insuline. Daraus ergeben sich vielfältige HTA-Fragestellungen, auch zur Abgrenzung, welche Maßnahmen wie der privaten Lebensführung zuzuordnen sind. Z.B. bedürfen auch Programme zur Optimierung von Ernährung und Bewegung der Rechtfertigung durch Evidenz. DAHTA hat bisher nur einen HTA-Report (Bestimmung der Albuminurie) zur Verfügung gestellt, das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen immerhin 4 (Akut-Analoginsuline, inhalatives Insulin, Exenatid). Die bisherigen Arzneimittelstudien adressieren weitgehend Surrogatparameter. Die Bewertungen stimmen nicht immer mit denen anderer HTA-Organisationen überein; z.B. sieht die Canadian Agency (CADTH) abweichend einen Nutzen der Akut-Analoginsuline bei Typ-1-Diabetes. Der NHS sieht Nutzen und Kosteneffektivität für Exenatid. In der HTA-Datenbank des Center of Reviews and Dissemination (CRD) findet man über den Suchbegriff “Diabetes mellitus” 1235 HTA-Berichte. Diese gelten auch Fragen wie Vermeidungsstrategien für den Übergang von Prädiabetes zu Diabetes. Wenn in Deutschland aus der Vielzahl von Fragestellungen nur wenige originär bearbeitet werden, wäre zumindest die Übertragbarkeit internationaler Ergebnisse systematisch zu evaluieren, darüber hinaus auch diskrepante Ergebnisse systematisch zu prüfen.