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29. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Hochdruckliga

Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL ® - Deutsche Hypertonie Gesellschaft Deutsches Kompetenzzentrum Bluthochdruck

23. bis 25.11.2005, Berlin

Antihypertensiva und Herzinsuffizienz: Meta-Analyse der bis zum 31.12.04 publizierten Studien

Meeting Abstract

  • H.M. Steffen - Universität zu Köln (Köln, D)
  • M. Hellmich - Universität zu Köln (Köln, D)
  • W. Lehmacher - Universität zu Köln (Köln, D)
  • T.D. Werxhausen - Kliniken der Stadt Köln, Krankenhaus Merheim (Köln, D)
  • R. Griebenow - Kliniken der Stadt Köln, Krankenhaus Merheim (Köln, D)

Hypertonie 2005. 29. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Hochdruckliga. Berlin, 23.-25.11.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc05hochP63

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hoch2005/05hoch063.shtml

Veröffentlicht: 8. August 2006

© 2006 Steffen et al.
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Gliederung

Text

Mehrere Meta-Analysen haben die Gleichwertigkeit von ACE-Hemmern und Sartanen (RAAS-I) bzw. Calciumantagonisten (CCB) im Vergleich zur Therapie mit Betablockern und/oder Diuretika (BD bzw. D) bezüglich harter Studienendpunkte wie Gesamtsterblichkeit oder Tod aus kardiovaskulärer Ursache gezeigt. Mit der vorliegenden Meta-Analyse sollte die Frage beantwortet werden, welchen Einfluss die Definition der Herzinsuffizienz - als Todesursache, nach harten Kriterien, z.B. stationäre Einweisung, oder nach klinischen Kriterien - auf das Risiko unter RAAS-I oder CCB im Vergleich zu BD bzw. D hat.

Nach einer MEDLINE-Suche konnten in der Indikation arterielle Hypertonie mit und ohne Risikofaktoren, koronare Herzerkrankung, Diabetes mellitus 35 Studien identifiziert werden, die Angaben zur Definition und Häufigkeit der Herzinsuffizienz enthielten.

Für CCB bzw. RAAS-I ergaben sich im Vergleich zu Placebo odds ratios (OR) von 0,72 (0,59-0,89) bzw. 0,77 (0,68-0,87) bei Berücksichtigung harter und 0,71 (0,58-0,87) bzw. 0,76 (0,68-0,85) bei Berücksichtigung auch klinischer Kriterien. Die entsprechenden OR für BD betrugen 0,24 (0,11-0,52) und 0,49 (0,38-0,64). Für CCB bzw. RAAS-I versus D fanden sich OR von 1,39 (1,24-1,55) bzw. 1,10 (0,99-1,23) nach harten und 1,41 (1,27-1,56) bzw. 1,19 (1,07-1,31) nach klinischen Kriterien. Die OR für die tödliche Herzinsuffienz war weder für BD versus Placebo noch CCB oder RAAS-I versus D signifikant von 1,0 verschieden.

Wir schlussfolgern, dass die Definition der Herzinsuffizienz nach harten oder klinischen Kriterien keinen wesentlichen Einfluss auf die Risiko-Analyse hat. Das Risiko der tödlichen Herzinsuffizienz wird durch eine antihypertensive Therapie offenbar nicht reduziert. Wenn BD oder D das Auftreten der Symptome einer Herzinsuffizienz verzögern ohne die Prognose zu verbessern, bedürfen deren unerwünschte Stoffwechseleffekte wie die Entwicklung eines Diabetes mellitus angesichts der Langzeiteffekte möglicherweise einer neuen Bewertung.