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28. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Hochdruckliga

24. bis 27.11.2004, Hannover

Bluthochdruck: Sorgenkind der Transplantationsmedizin im Spiegel aktueller immunsuppressiver Regime

Meeting Abstract (Hypertonie 2004)

  • A.E. Lison - Klinikum Bremen Mitte, Medizinische Klinik III
  • V. Eilts - Klinikum Bremen Mitte, Medizinische Klinik III
  • F. Zantvoort - Klinikum Bremen Mitte, Medizinische Klinik III
  • H.-G. Wullstein - Klinikum Bremen Mitte, Medizinische Klinik III

Hypertonie 2004. 28. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Hochdruckliga. Hannover, 24.-27.11.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc04hochP132

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hoch2004/04hoch132.shtml

Veröffentlicht: 10. August 2005

© 2005 Lison et al.
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Gliederung

Text

Calcineurininhibitoren sind als Basistherapeutika in der Immunsuppression nierentransplantierter Patienten heute nicht mehr wegzudenken. Ihnen wird der Benefit zugeschrieben, das Überleben von Transplantat und Patient im ersten Jahr nach Nierentransplantation deutlich verbessert und somit der Transplantationsmedizin zu einem weiteren Durchbruch verholfen zu haben. Im Langzeitverlauf konnten diese exzellenten Ergebnisse jedoch nicht reproduziert werden. Einer der Gründe hierfür liegt in der Cyclosporin induzierten Hypertension, deren Inzidenz im Vergleich zur pre-cyclosporin Ära von 45- 55 auf 67- 86 % zugenommen hat. Die Pathogenese des durch Calcineurininhibitoren ausgelösten Bluthochdrucks muß als multifaktoriell angesehen werden, wobei die Aufklärung des präzisen Mechanismus noch weiterer Forschungsarbeit bedarf. Charakteristische vasculäre Veränderungen führen zur Vasokonstriktion, die sich sowohl systemisch als auch in der Niere niederschlägt und dort durch Minderung des renalen Blutflusses als Basis für die Nephrotoxizität der Medikamente gelten kann. Diesen Überlegungen Rechnung tragend geht der Trend in der Transplantationsmedizin hin zu neuen Substanzen, von denen man sich weniger negative Effekte auf Transplantat und Gesamtorganismus erhofft. Vor diesen Hintergrund fand bei uns die Initiierung einer offenen, randomisierten, prospektiv und multizentrisch angelegten Studie statt, bei der eine Erhaltungsimmunsuppression mit Calcineurininhibitoren (CsA, Tac) gegen eine Medikation mit Mycophenolatmofetil (MMF) bei nierentransplantierten Patienten mit stabiler Transplantatfunktion verglichen werden sollte. Besonderen Augenmerk legten wir auf die Veränderung des Blutdrucks, dokumentiert durch Messungen nach 5-minütiger Ruhephase im Sitzen, sowie zusätzlich in den Monaten 0, 6 und 12 durch 24h Blutdruckmessung (Ambulante Blutdruck-Dauer- Messung). 61 Probanden wurden randomisiert in die Studie eingeschlossen. Die abschließenden Ergebnisse unserer ersten 14 Patienten liegen vor, von denen sich 12 im MMF-Arm und 2 in der Cyclosporin-Kontrollgruppe befanden. 2 der im Verumarm befindlichen Probanden gelten als Studienabbrecher. Bei den restlichen 10 konnte eine stabile Transplantatfunktion erreicht werden. 9 von 10 Patienten profitierten durch die Umstellung der Immunsuppression bezüglich ihres Blutdruckprofils: es konnte eine Senkung des mittleren arteriellen Druckes, eine Verbesserung der Tag-Nacht-Rhythmik oder eine Reduktion der blutdrucksenkenden Medikamente, beziehungsweise eine Kombination dieser Faktoren erreicht werden. Diese ersten ermutigenden Ergebnisse sollen vorgestellt und die Frage nach neuen therapeutischen Möglichkeiten nierentransplantierter Patienten soll anhand des vorliegenden immunsuppressiven Konzeptes diskutiert werden.