gms | German Medical Science

92. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte

26. - 27.09.2008, Neckarsulm

Temporalisfaszieninterposition oder mikrovaskulär anastomosierter Radialislappen: Differenzierter Verschluss der ösophagotrachealen Fistel nach Stimmprotheseneinsatz

Vortrag

Suche in Medline nach

  • corresponding author presenting/speaker Peter Schäfer - Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen, HNO-Abteilung, Trier, Deutschland
  • author Peter Kress - Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen, HNO-Abteilung, Trier, Deutschland
  • author Peter Schwerdtfeger - Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen, HNO-Abteilung, Trier, Deutschland

Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. 92. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. Neckarsulm, 26.-27.09.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnosw31

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnosw2008/08hnosw31.shtml

Veröffentlicht: 19. September 2008

© 2008 Schäfer et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Zur Stimmrehabilitation nach Laryngektomie sind Stimmprothesen etabliert. Selten besteht die Indikation zur Prothesenentfernung und Shuntverschluss. Verschließt sich der Shunt nicht spontan wird ein operativer Verschluss notwendig.

Methode: In den Jahren 1997 bis 2008 wurden in 17 Fällen die oesophagotrachealen Fisteln chirurgisch verschlossen. Tabaksbeutelnähte, Temporalisfaszieninterpositionen und mikrovaskulär anastomosierte Radialislappen kamen zur Anwendung. Retrospektiv wurden die Indikation, die Technik und das Resultat analysiert.

Ergebnisse: Indikationen zum operativen Shuntverschluss waren: Therapieresistente periprothetische Leckage (n=7), Aphonie (n=2), ungünstige Shuntplatzierung (n=3), sehr gute Ösophagusersatzstimme (n=2), auf Wunsch des Patienten (n=3). Viermal kamen Tabaksbeutelnähte zur Anwendung, nur einmal mit langfristigem Erfolg. In 14 Fällen wurde über eine Hautinzision am Tracheostoma der Shunt in der Trachea und dem Ösophagus separiert, umstochen und eine Temporalisfaszie interponiert. Ein dilatierter Shunt mit begleitender Hypopharynxstenose wurde durch eine Pharynxrekonstruktion mit einem mikrovaskulär anastomosierten Radialislappen erfolgreich therapiert. Ein Fistelrezidiv trat in keinem Fall auf.

Diskussion: Soll eine ösophagotracheale Fistel nach Stimmprothesenentfernung verschlossen werden, so führt eine Tabaksbeutelnaht wahrscheinlich nicht zum Erfolg. Die Dissektion von Trachea und Ösophagus mit anschließender invertierter Naht des Shunts und der Interposition von Temporalisfaszie stellt eine sichere Operationsmethode mit hoher Erfolgsquote dar. Liegt zusätzlich zur persistierenden oesophagotrachealen Fistel auch eine Pharynxstenose vor, so kann eine Pharynxrekonstruktion und ein gleichzeitiger Shuntverschluss mittels Radialislappen erfolgen.