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92. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte

26. - 27.09.2008, Neckarsulm

Das Schilddrüsenmalignom – eine diagnostische Herausforderung

Malignant neoplasma of the thyroid – a diagnostic challenge

Vortrag

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  • corresponding author presenting/speaker Kai Fruth - HNO, Mainz, Deutschland
  • Wolf Mann - HNO, Mainz, Deutschland

Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. 92. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. Neckarsulm, 26.-27.09.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hnosw11

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hnosw2008/08hnosw11.shtml

Veröffentlicht: 19. September 2008

© 2008 Fruth et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Beim Schilddrüsenmalignom handelt es sich häufig um einen Zufallsbefund.

Patienten und Methoden: In einer retrospektiven Studie an 40 Patienten mit Schilddrüsenmalignomen wurde die Erstvorstellung der Patienten in unserer Klinik bzgl. schilddrüsenspezifischer Symptome untersucht und geprüft, welche diagnostischen Verfahren zur Diagnosesicherung hilfreich waren.

Ergebnisse: Bei 48% der Patienten war der Grund des Erstkontakts unabhängig von einer Schilddrüsenerkrankung. Eine Halssonographie wurde bei 100% (n=40) der Patienten durchgeführt und dabei häufig als Zufallsbefund eine Raumforderung der Schilddrüse erkannt. Bei 83% der Fälle (n=33) wurde im Rahmen der Untersuchungen eine Szintigraphie und in 50% der Fälle (n=20) eine Feinnadelaspirationszytologie der Schilddrüse durchgeführt.

Während der Operation wurden bei 38% (n=15) eine Schnellschnittuntersuchung durchgeführt. Die Szintigraphie war bei 67% (n=22) der szinitigraphisch untersuchten Patienten verdächtig im Sinne von kalten oder warmen Knoten. Die FNP der Schilddrüse zeigte bei 30% (n=6) der Patienten malignomverdächtige Zellen, in 30% (n=6) der Fälle war sie ohne eindeutige Aussagekraft und in 40% (n=8) sogar falsch negativ.

Die Schnellschnittuntersuchung erbrachte in 60% (n=9) der Fälle maligne Zellen im Präparat, in 20% (n=3) der Fälle war die Schnellschnittuntersuchung nicht aussagekräftig, in 20% (n=3) der Fälle erhielt man ein falsch negatives Ergebnis.

Schlussfolgerung: Bei jeder sonographisch notwendigen Untersuchung im HNO Bereich sollte die Schilddrüse standardmäßig mituntersucht werden. Bei sonographisch suspekten Befunden sollte mit Hilfe der Szinitgraphie und FNP ein Malignom möglichst ausgeschlossen und bei weiter unklaren Befunden eine operative histologische Abklärung durchgeführt werden.