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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Extrakranielles Meningeom maskiert als rheumatische Erkrankung der Kopf-Hals-Region

Meeting Abstract

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  • corresponding author Zuzana Hajdu - HNO Klinik des Klinikums rechts der Isar, TU München, München
  • Karen Becker - Institut für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie der Technischen Un, München
  • Elias Q. Scherer - Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik des Klinikums rechts der Isar der Technisc, München
  • Andreas Knopf - Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik des Klinikums rechts der Isar der Technisc, München

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod757

doi: 10.3205/12hnod757, urn:nbn:de:0183-12hnod7570

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Hajdu et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Meningeome gehören zu den häufigsten benignen intrakraniellen Neoplasien im Erwachsenenalter. In ca. 1-2% der Fälle können diese auch primär extrakraniell auftreten. Dabei befallen sie häufig die Kopf-Hals-Region.

Methoden und Ergebnisse: Wir berichten über eine 73-jährige Patientin, die sich bei uns wegen einer langsam größenprogredienten und druckdolenten Raumforderung im Bereich der rechten Fossa infratemporalis vorstellte. Laborchemisch zeigten sich eine Erhöhung der Blutsenkungsgeschwindigkeit und des Ferritinspiegels sowie eine Erniedrigung der Komplementfaktoren C3 und C4. Ebenso ließen sich erhöhte Titer von Kernantikörpern nachweisen. Zweifach durchgeführte Probebiopsien zeigten das histologische Bild einer granulomatösen Entzündung. In Zusammenschau aller diagnostichen Ergebnisse wurde der Verdacht auf eine inflammatorische Erkrankung geäußert. Eine Kortisonstoßtherapie führte jedoch nicht zu einer Symptomlinderung. Im Anschluss wurde eine Totalexstirpation der Raumforderung zur endgültigen Diagnosestellung durchgeführt. Überraschenderweise ergab die finale histologische Aufarbeitung des Präparats die Diagnose eines extrakraniellen fibroblastischen Meningeoms (WHO Grad I).

Schlussfolgerung: Sowohl intrakranielle als auch extrakranielle Meningeome haben ein typisches histologisches Erscheinungsbild. Extrakranielle Meningeome weisen oft weitere histologische Differenzierungen anderer Tumorentitäten oder entzündlicher Erkrankungen auf. Vor allem kleine Proben führen dann zu einem Probenbias, so dass Exzisionsbiopsien als Diagnostikum der ersten Wahl anzusehen sind.