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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Parotisabszess – Diagnostik und Therapie

Meeting Abstract

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  • corresponding author Stefanie Däxle - BwKrhs Ulm, Abt. HNO, Ulm
  • Heinz Maier - Klinik für HNO-Heilkunde / Kopf- und Halschirurgie am Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod710

doi: 10.3205/12hnod710, urn:nbn:de:0183-12hnod7103

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Däxle et al.
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Gliederung

Text

Anhand von 23 Patienten die im Zeitraum von 2001 bis 2010 wegen eines Parotisabszesses am BwKrhs Ulm behandelt wurden, wurden die eingesetzten diagnostischen und therapeutischen Verfahren evaluiert.

Es handelte sich um 11 weibliche und 12 männliche Patienten. Das Durchschnittsalter betrug 51±17 Jahre. Die Zeitspanne vom Erkrankungsbeginn bis zur Vorstellung in der Klinik betrug 4±3,5 Tage.

Bei 2 Patienten (8,7%) lag anamnestisch eine chronische Parotitis vor, bei 3 Patienten (13%) bestand ein Diabetes mellitus und bei 18 Patienten (82,3%) waren keine Risikofaktoren nachweisbar.

Bei einem Patienten fand sich eine inkomplette periphere Fazialisparese. In je einem weiteren Fall lagen eine Sialolithiasis, bzw. multiple Abszesse vor. Bei allen Patienten erfolgten eine Sonographie sowie ein CT bzw. MRT mit KM. 18 (78,3%) Abszesse waren im oberflächlichen und 5 (11,7%) Abszesse im tiefen Drüsenanteil lokalisiert. 16 (69,6%) Patienten waren ohne Erfolg antibiotisch vorbehandelt worden.

Bei 18 Patienten (78,3%) erfolgte eine Abszessspaltung, in 5 (11,7%) Fällen wurde der Abszess mit einer großlumigen Nadel unter sonographischer Kontrolle abpunktiert.

Bei 21 Patienten konnte durch Abszessdrainage u. antibiotische Therapie eine unkomplizierte Ausheilung erreicht werden. Bei einem Patienten mit Sialolithiasis und Abszessrezidiv sowie bei einem Patienten mit multiplen Abszessen wurde ein subtotale Parotidektomie erforderlich.

Parotisabszesse manifestieren sich meist im mittleren Lebensalter. Typische Risikofaktoren liegen meist nicht vor. Da selten multiple Abszesse auftreten und immerhin 11,7 % der Abszesse im tiefen Drüsenanteil lokalisiert und damit der Sonographie nicht gut zugänglich sind empfehlen wir grundsätzlich eine CT bzw. MRT. Therapeutisch ist neben einer Antibiotikatherapie in der Mehrzahl der Fälle (89%) eine Spaltung bzw. Punktion des Abszesses ausreichend um eine dauerhafte Heilung zu erzielen.