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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Salizylat schützt auditorische Haarzellen vor Gentamycin-, nicht aber vor Neomycin-induzierter Ototoxizität

Meeting Abstract

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  • corresponding author Agnieszka Szczepek - Tinnitus-Zentrum, CCM, Charité, Berlin, Germany
  • Xiangxin Lou - Tinnitus Zentrum/CCM Charité, Berlin
  • Heidi Olze - HNO/CVK Charité, Berlin
  • Birgit Mazurek - Tinnitus Zentrum/CCM Charité, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod548

doi: 10.3205/12hnod548, urn:nbn:de:0183-12hnod5483

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Szczepek et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Es hat sich herausgestellt, dass Salizylate Gentamycin induziertem Hörverlust entgegenwirken können – sowohl innerhalb des Tierreiches, als auch im Hinblick auf das menschliche Gehör. Das Ziel unseres Forschungsprojektes bestand darin, das otoprotektive Potential der Salizylate in vitro zu untersuchen. Außerdem wollten wir herausfinden, ob Salizylate den schädigenden Einfluss anderer Aminoglykoside ebenfalls lindern können.

Methoden: Als Modell dienten uns Explantate des Corti´schen Organs (OC) drei bis fünf Tage alter Wistar Ratten, die aus den Cochleae der Tiere frei präpariert wurden und neben den eigentlichen Sinneszellen den Limbus und die Spiralganglienzellen enthielten. Die Explantate wurden in je ein apikales, mediales und basales Fragment unterteilt und mit oder ohne Zusatz von 100 µM Gentamycin, 100 µM Neomycin und 5 mM Salizylat kultiviert. Nachdem die Gewebeproben fiixiert und mit Phalloidin-TRITC angefärbt worden waren, haben wir die äußeren und inneren Haarzellen (OHCs, IHCs) unter dem Fluoreszenzmikroskop ausgezählt.

Im Vergleich zu Haarzellen, die 100 µM Gentamycin allein ausgesetzt waren, wiesen OHCs und IHCs nach paralleler Inkubation mit 5 mM Salizylat signifikant weniger Ausfälle auf. Durch Neomycin hervorgerufene Schäden hingegen blieben unbeeinflusst.

Ergebnisse: Unsere Ergebnisse bestätigen die Resultate früherer in vivo Studien und unterstreichen gleichzeitig den hohen Stellenwert der Cochleaexplantate als Modell für die Ototoxizitätsforschung.

Schlussfolgerungen: Die Tatsache, dass Salizylat nicht in der Lage ist, durch Neomycin verursachte Schäden zu verhindern, legt nahe, dass zwischen den Ototoxizitätsmechanismen der beiden Aminoglykoside grundlegende Unterschiede bestehen müssen.