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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Langfristige Veränderungen im Tinnitus- und Stresserleben sowie der depressiven Symptomatik nach einer Tinnitusbehandlung

Meeting Abstract

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  • corresponding author Claudia Seydel - Charité - Universitätsmedizin Berlin, HNO-Klinik, Berlin
  • Anne Hartmann - Charité - Universitätsmedizin Berlin, HNO-Klinik, Berlin
  • Heidemarie Haupt - Charité - Universitätsmedizin Berlin, HNO-Klinik, Berlin
  • Birgit Mazurek - Charité - Universitätsmedizin Berlin, HNO-Klinik, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod531

doi: 10.3205/12hnod531, urn:nbn:de:0183-12hnod5318

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Seydel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Depressionen und Stress gelten als operante Faktoren bei Tinnitus. Hier haben wir bei Patienten mit chronischem Tinnitus die langfristigen Veränderungen dieser Parameter durch eine multimodale 7-tägige Therapie untersucht.

Methode: Gemessen wurden Hörverlust und Tinnituscharakteristik von 130 Patienten (22-79 Jahre alt). Psychometrische Parameter wurden vor sowie unmittelbar und 3 Jahre nach der Therapie mittels Tinnitusfragebogen (TF), Stressfragebogen (PSQ) und Allgemeiner Depressionsskala (ADS) erhoben.

Ergebnisse: Der mittlere Hörverlust betrug links 23 ± 16 dB und rechts 25 ± 16 dB. Die durchschnittliche Tinnitusfrequenz lag bei 6 kHz und die -lautheit bei 5 dB SL. Im Verlauf der 3 Jahre ergab sich eine lang anhaltende Verringerung im TF-Score, am deutlichsten in den Subskalen „Emotionale und Kognitive Belastung“ sowie “Penetranz des Tinnitus“. Ein geringerer Hörverlust links korrelierte mit einer stärkeren Reduzierung. Der PSQ-Score verbesserte sich ebenfalls, wobei die Scores der Subskalen „Sorgen“ und „Anspannung“ besonders deutlich abnahmen. Die ADS-Werte waren nur unmittelbar nach der Therapie verringert. Aber, Patienten mit hohen initialen ADS- oder PSQ-Werten profitierten stärker und lang anhaltend. Weitere Prädiktoren waren Geschlecht, Alter und Tinnitusdauer. Bei einem Alter von <50 Jahren sowie einer Tinnitusdauer von ≤2 Jahren (besonders Männer) war der Therapieeffekt besonders gut.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse haben gezeigt, dass durch die Therapie mit Nachbetreuung eine langfristige Verringerung der Tinnitus- und Stressbelastung erreicht werden kann. Dabei spielt das Stressbewältigungstraining eine wichtige Rolle. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung einer Hörminderung kann zudem den Therapieerfolg verbessern.