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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Langzeiterfolg der ambulanten Bewältigungstherapie bei chronischem Tinnitus aurium

Meeting Abstract

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  • Tobias Murthum - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
  • corresponding author Guido Mühlmeier - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
  • Max Spieß - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm
  • Heinz Maier - Bundeswehrkrankenhaus Ulm, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod482

doi: 10.3205/12hnod482, urn:nbn:de:0183-12hnod4829

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Murthum et al.
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Gliederung

Text

Zur Behandlung von chronischem Tinnitus aurium haben sich im letzten Jahrzehnt ambulante Therapiekonzepte bewährt. Für den Zeitraum kurz nach Einleitung der Therapie konnten für viele Betroffene Erfolge beschrieben werden, über den Langzeitverlauf existieren bislang nur für stationäre psychotherapeutische Behandlungen validierte Daten.

Die Bewältigungstherapie bei chronischem Tinnitus wird in unserem Zentrum im Sinne einer kognitiven Verhaltenstherapie unter Berücksichtigung des neurophysiologischen Modells nach Jastreboff/Hazell und in Kombination mit einem Hörtraining durchgeführt. Insgesamt wurden 75 behandelte Patienten über einen Zeitraum von 68 Monaten (25 bis 113) nachbeobachtet.

Zu Beginn der Therapie wiesen die Patienten einen Altersdurchschnitt von 52,2 Jahren und einen Mittelwert von 36,5 Punkten im Tinnitus-Fragebogen (TF) nach Goebel/Hiller auf. In der Zwischenerhebung nach 21 Monaten wird eine Verbesserung im TF um durchschnittlich 32% erhoben. Im Langzeitverlauf zeigten 45% eine deutliche Verbesserung, 52% eine persistierende Stabilisierung und lediglich 3% eine deutliche Progredienz. Diese lag bei einem Patienten an einer erheblichen Depression, beim anderen an einem progredienten Autoimmunleiden mit Reduktion des Allgemeinzustandes. In der Gesamtgruppe fanden sich sehr gute Verbesserungen der emotionalen und kognitiven Defizite. Progredienzeffekte waren häufig durch Auftreten anderer somatischer Erkrankungsbilder zu beobachten.

Zusammenfassend kann dargestellt werden, dass kosteneffektive, ambulante Formen der Behandlung von chronischem Tinnitus aurium vor allem für beginnend dekompensierte Patienten nachhaltig erfolgreich sind. Ein frühzeitiger Behandlungsbeginn beschleunigt die Kompensation überdurchschnittlich.