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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Strukturerhaltende CI Versorgung bei Kindern – die zwingende, ethisch notwendige Zukunftsoption

Meeting Abstract

  • corresponding author Anke Lesinski-Schiedat - HNO-Klinik / DHZ der MHH, Hannover
  • Marie C. Jurawitz - HNO Klinik der MHH, Hannover
  • Omid Majdani - HNO Klinik der MHH, Hannover
  • Natalie Kanaan - HNO Klinik der MHH, Hannover
  • Andreas Büchner - HNO-Klinik / DGZ der MHH, Hannover
  • Marc Schüßler - HNO Klinik der MHH, Hannover
  • Thomas Lenarz - HNO-Klinik / DHZ der MHH, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod466

doi: 10.3205/12hnod466, urn:nbn:de:0183-12hnod4664

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Lesinski-Schiedat et al.
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Gliederung

Text

Die CI Versorgung hat mit der Indikationserweiterung über sehr dünne Elektroden und eine besondere Operationstechnik zu einer sinnvollen Indikationserweiterung zu Patienten mit Hochtontaubheit geführt. Über das Wissen der damit erreichbaren Strukturerhaltung in der Cochlea stellt sich die Frage, ob auch bei gehörlosen Kindern ohne Restgehör eine ethische Verpflichtung besteht, diese auch mit dieser Technik zu implantieren.

Material und Methode: Seit 2009 implantierten wir zunächst die gehörlosen Kinder asymmetrisch: Hybrid L Elektrode auf einer Seite und gegenseitig eine modiolusnahe Standard Elektrode (n=18). Dieses wurde weiterentwickelt unter Verwendung der sog SRA (CI 422) längeren Elektrode aber weiterhin sehr dünnen Elektrode (n=14) bis hin zu der nun symmetrischen Implantation mit einer sehr dünnen langen Elektrode.

Ergebnis: Es konnte gezeigt werden, dass die asymmetrische Versorgung keine Auffälligkeiten in der Anpassung zeigen und auch keine hinderliches asymmetrisches pitchranking erbrachte. Die Hör- Sprachentwicklung entspricht im Vergleich zu der symmetrischen, modiolusnah implantierten Gruppe.

Die Versorgung mit der verlängerten Elektrode erbrachte gute Ergebnisse in der Strukturerhaltung und in der elektrischen symmetrischen Stimulation.

Schlussfolgerung: In Anbetracht der Tatsache, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit möglich sein wird, in den nächtens Jahrzehnten auch eine Regeneration der Haarzellen zu bewirken, besteht für die derzeitige Implantation bei Kindern die hohe medizinische-ethische Verantwortung eine regelhaft Hörbahnreifung zu erhalten und gleichzeitig die methodische Option der Haarzellregeneration nicht zu verbauen.

Hierfür benötigt es eine erfahrene und qualitativ hochwertige Elektrodenentwicklung, chirurgische Versorgung und weitsichtige Anpassung.