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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Der videobasierte Kopf-Impuls-Test in der Diagnostik peripher-vestibulärer Störungen: Erste klinische Erfahrungen

Meeting Abstract

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  • corresponding author Alexander Blödow - Klinik für HNO, Kopf-Halschirurgie und Kommunikationstörung, Berlin
  • Leif Erik Walther - Praxis Main-Taunus-Zentrum, Sulzbach
  • Marc Boris Bloching - Klinik für HNO, Kopf-Halschirurgie und Kommunikationstörung, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod364

doi: 10.3205/12hnod364, urn:nbn:de:0183-12hnod3640

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Blödow et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Mit dem klinischen Kopf-Impuls-Test nach Halmagyi konnte bisher die Funktion der Bogengänge seitengetrennt evaluiert werden. Mit dem Video-Kopf-Impuls-Test (Video-KIT) kann der der vestibulo-okuläre Reflex (VOR) im Zeitverlauf visualisiert und quantitativ analysiert werden kann. Die Erfahrungen im klinischen Einsatz sind bisher begrenzt.

Material und Methode: In dieser Studie wurden mit Hilfe des Video-KIT 173 Patienten mit akutem oder chronisch-vestibulärem Syndrom sowie 20 gesunden Probanden als Kontrollgruppe untersucht. Das Muster und die zeitliche Verteilung von kompensatorischen Rückstellsakkaden bei peripher-vestibulären Störungen wurden analysiert.

Resultate: In der Kontrollgruppe fand sich ein normaler Vestärkungsfaktor (Gain) des VOR von 0,8 bis 1. 93 Patienten (54%) zeigten einen pathologischen und 80 Patienten (46%) einen normalen Video-KIT. Dabei zeigten sich offene (catch-up overt) und verdeckte (catch-up covert) Rückstellsakkaden, die isoliert oder in Kombination auftreten konnten. In 14% fanden sich nur catch-up overt Rückstellsakkaden.

Schlussfolgerung: Der Video-KIT ist ein bettseitige durchführbare Untersuchungsmethode, mit der schnell, nichtinvasiv, rezeptor- und seitenspezifisch eine Aussage über den VOR bei Rezeptorfunktionsstörungen in Form von verdeckten und/oder offenen Sakkaden gemacht werden kann. Der Video-KIT ist sensitiver als der klinischen KIT nach Halmagyi bei der Detektion peripher-vestibulärer Störungen.