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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Generalisierte Metastasierung eines Aesthesioneuroblastoms der Stirnhöhle

Meeting Abstract

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  • corresponding author Henrike Telse Andres - Städtisches Klinikum Dessau, Dessau
  • Jürgen Knolle - Institut für Pathologie, Städtisches Klinikum Dessau, Dessau
  • Roman Hirt - Klinik für Hals-, Nasen-, Ohren- Heilkunde, Kopf und Halschirurgie, Städtisches, Dessau
  • Strephan Knipping - Klinik für Hals-, Nasen-, Ohren- Heilkunde, Kopf und Halschirurgie, Städtisches, Dessau

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod194

doi: 10.3205/12hnod194, urn:nbn:de:0183-12hnod1949

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Andres et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Aesthesioneuroblastom ist ein seltener neuroektodermaler Tumor. Zu den Symptomen zählen Hyp- bzw. Anosmie, Nasenatmungsbehinderung und neurologische Symptome. Die Therapie der Wahl ist die kraniofaziale Resektion. Aesthesioneuroblastome der vorderen Schädelbasis sind mit einer hohen Rezidivrate und Mortalität vergesellschaftet.

Methoden: Im März 2011 wurde bei einem 55 jährigen Patienten mit neu aufgetretenen epileptischen Grand Mal-Anfällen, intermittierenden Sehstörungen und Cephalgien ein MRT-Schädel durchgeführt. Dort war eine Verschattung des Sinus frontalis rechts auffällig.

Wir führten eine endonasale Eröffnung der Stirnhöhle mit Probeentnahme durch, die zunächst keinen Anhalt für ein tumoröses Geschehen erbrachte. Daher erfolgte die zweizeitige Eröffnung der Stirnhöhle via Bügelschnitt. Es zeigte sich ein invasiver Prozess mit Durainfiltration ohne Frontalhirnbeteiligung. Nach histologischer Sicherung eines malignen infiltrativen Tumors per Schnellschnitt erfolgte eine radikale Resektion mit Duraplastik.

Ergebnisse: Die Histologie ergab ein Aesthesioneuroblastom. Der Patient erhielt postoperativ eine Radiochemotherapie mit Etoposid und Cisplatin, die gut vertragen wurde. Die epileptischen Anfälle traten nicht mehr auf, die Cephalgien waren rückläufig, ebenso die Sehstörungen.

Fünf Monate postoperativ traten ein Lokalrezidiv sowie eine generalisierte ossäre und pulmonale Metastasierung auf. Der Patient erhält aktuell eine palliative Chemotherapie.

Schlussfolgerung: Das Aesthesioneuroblastom manifestiert sich klinisch vielfältig. Trotz seiner Seltenheit sollte bei sinunasalen Beschwerden in Kombination mit neurologischen Symptomen an ein Aesthesioneuroblastom gedacht werden. Die Therapie besteht in einer radikalen chirurgischen Sanierung mit adjuvanter Radiochemotherapie. Engmaschige Nachkontrollen sind wegen der hohen Rezidivrate erforderlich.