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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Angiosarkom des Nasenrückens – potentielle Fehldiagnose!

Meeting Abstract

  • corresponding author Khaled Alkotyfan - Universitätsklinik HNO Marburg, Marburg
  • Afshin Teymoortash - Uni-Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenklinik Marburg, Marburg
  • Jochen A. Werner - Uni-Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenklinik Marburg, Marburg
  • Behfar Eivazi - Uni-Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenklinik Marburg, Marburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod193

doi: 10.3205/12hnod193, urn:nbn:de:0183-12hnod1931

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Alkotyfan et al.
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Gliederung

Text

Einführung: Das Angiosarkom ist ein seltener maligner Weichteiltumor. Bei gesicherter Diagnose ist die Therapie der Wahl die radikale Tumorresektion mit adjuvanter Bestrahlung. Alternativ werden Chemotherapieprotokolle angeboten. Es wird hier der Fall eines Patienten mit einem Angiosarkom des Naserückens mit Infiltration der Nasenhaupt- und Nebenhöhlen vorgestellt, welcher aufgrund einer Fehlinterpretation der Klinik und der Histologie langjährig unerkannt blieb.

Fallbeschreibung: Ein 74-jähriger Patient wurde bei V.a. vaskuläre Malformation wegen rezidivierender Epistaxis vorgestellt. Anamnestisch erfolgte vor vier Jahren bei V.a. vaskuläre Malformation eine lokale Exzision und Defektdeckung mittels Stirnlappen. Im Anschluß daran wurden mehrfach kutane Lasertbehandlungen und Embolisationen durchgeführt. Diese Maßnahmen brachten jedoch keine anhaltende Besserung des Grundleidens. Bei der klinischen Untersuchung zeigte sich eine vaskulär imponierende endonasale Tumormasse mit pathologischer Gefäßzeichnung im Bereich der äußeren Nase sowie ein Hautdefekt im Bereich des medianen Augenwinkels beidseits. Die auswärtige Diagnose lautete nach einer alio loco durchgeführten histologischen Untersuchung ein „Hämangiom“. Da der bisherige klinische Verlauf weder für ein Hämangiom noch für eine vaskuläre Malformation sprach, wurden, neben erneuten multiplen Biopsien, die histologischen Präparate aus dem auswärtigen Institut angefordert und erneut begutachtet. Hierbei zeigte sich histologisch das Bild eines mäßiggradig differenzierten Angiosarkoms.

Schlussfolgerung: Der Fall verdeutlicht die dringliche Differenzierung von Gefäßfehlbildungen im Kopf-Hals-Bereich von malignen Prozessen wie das Angiosarkom. Ein für Gefäßfehlbildungen untypischer klinischer Verlauf sollte Anlass dafür geben, auch histologische Diagnosen wieder in Frage zu stellen.