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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Neuroendokrines Karzinom des Larynx – ein Fallbericht

Meeting Abstract

  • corresponding author Katrin Hasselbacher - HNO Uniklinikum Lübeck, Lübeck, Germany
  • Ursula Schröder - HNO Uniklinikum Lübeck, Lübeck
  • Jan Marxen - Zentrum für neuroendokrine Tumore (NET-Zentrum), Uniklinikum Lübeck, Lübeck
  • Inga Buchmann - Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Uniklinikum Lübeck, Lübeck
  • Barbara Wollenberg - HNO Uniklinikum Lübeck, Lübeck

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod159

doi: 10.3205/12hnod159, urn:nbn:de:0183-12hnod1594

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Hasselbacher et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Neuroendokrine Tumore des Larynx stellen eine seltene Entität dar. Leitlinien zur Therapie existieren bislang nicht, in den meisten Fällen wird eine simultane Radio-Chemotherapie zum Erreichen eines langen tumorfreien Überlebens durchgeführt. Wir berichten über eine Patientin, die ausschließlich chirurgisch therapiert worden ist.

Methoden: Sie stellte sich 2007 mit seit mehreren Monaten bestehenden Schluckbeschwerden ohne Stimmveränderung, Aspiration oder B-Symptomatik vor. Endolaryngeal zeigte sich im Bereich des rechten Aryknorpels eine rötlich glatte Raumforderung ohne Bewegungseinschränkung, bei sonst regelrechtem Befund. Im CT Hals wurde eine noduläre Raumforderung an der Plica aryepiglottica rechts dorsal beschrieben. Das weitere Staging war unauffällig. Im nächsten Schritt erfolgte die Panendoskopie mit laserchirurgischer „excisional biopsy“. Anhand der histologischen sowie immunhistochemischen Aufarbeitung wurde die Diagnose eines atypisches Karzinoids gestellt. Zur Komplettierung der Diagnostik wurde hieraufhin eine Somatostatin-Rezeptorszintigraphie durchgeführt ohne Nachweis einer Anreicherung/Primarius. Eine laserchirurgische Nachresektion sowie die selektive Neck dissection rechts schlossen sich an.

Ergebnisse: Bei dem endgültigen histopathologischen Befund eines pT1a pNo cMo R0 atypischen Larynxkarzinoids wurde im interdiziplinären Tumorboard auf eine adjuvante Therapie verzichtet. Im regelmäßigen klinischen und radiologischen follow-up ist die Patientin bisher rezidivfrei.

Schlußfolgerung: Unser Fallbericht zeigt, dass beim neuroendokrinen Karzinom pT1pN0R0 die alleinige Resektion kurativ sein kann. In Abhängigkeit vom histologischen Subtyp sowie des TNM-Stadiums muss jeweils individuell ein geeignetes Behandlungskonzept gefunden werden.