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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Einflussfaktoren für eine Nachblutung nach Tonsillektomie: Ergebnisse einer prospektiven multizentrischen Studie in Deutschland

Meeting Abstract

  • corresponding author Thomas Wilhelm - Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Borna
  • Marc B. Bloching - Helios-Klinikum, HNO-Klinik, Berlin
  • Dirk Eßer - Helios-Klinikum, HNO-Klinik, Erfurt
  • Martin C. Jäckel - Helios-Klinikum, HNO-Klinik, Schwerin
  • Hans-G. Kempf - Helios-Klinikum, HNO-Klinik, Wuppertal
  • Thomas Schrom - Helios-Klinikum, HNO-Klinik, Bad Saarow
  • Robert Stumpf - Helios-Klinikum, HNO-Klinik, Aue

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod044

doi: 10.3205/12hnod044, urn:nbn:de:0183-12hnod0440

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Wilhelm et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Tonsillektomie (TE) stellt den häufigsten operativen Eingriff im Fachgebiet dar. Zu den häufigsten Komplikationen zählt die postoperative Nachblutung, wofür verschiedene Einflussfaktoren verantwortlich gemacht werden.

Methoden: Mögliche Einflussfaktoren für TE-Nachblutungen wurden im Rahmen einer prospektiven, multizentrischen Studie an 10 Zentren (N=4.803) im Zeitraum 01.01.2007 bis 31.12.2008 erfasst und statistisch untersucht. Es wurde überwiegend mit kalter Dissektion und bipolarer Hämostasetechnik operiert.

Ergebnisse: Operationspflichtige Nachblutungen (Nbl.) zeigten sich am OP-Tag (R1) in 1,0%, sowie danach (R2) in 1,4%; nicht operationspflichtige Nbl. waren am OP-Tag (N1) bei 0,6% sowie danach (N2) bei 2,7% zu verzeichnen. Die Patienten mit Nbl. waren im Median 4 Jahre älter (p<0.001). Ebenso war der postoperative Entlassungsbefund (Rötung und lokale Wundbeläge) signifikant mit einer höheren Nachblutungsrate verbunden (p<0.001). Die Tonsillenhyperplasie als Operationsindikation bedingte signifikant weniger Nbl. (p<0.009). Die Gabe von Diclofenac sowie Novaminsulfon und Nurofen in Kombination mit einem Antibiotikum erhöhte die Nachblutungsrate signifikant (p<0.001, <0.001 und =0.022), dies allerdings nur für die N-Nachblutungen. In der multivariaten Analyse zeigten sich als relevante Einflussfaktoren das Alter der Patienten, die Operationstechnik (kalte vs. heiße Techniken) sowie die Indikation zum Eingriff. Aufgrund des Gütemaßes (R2=0.073) war ersichtlich, dass zusätzliche Einflussfaktoren eine Rolle spielen.

Schlussfolgerung: Bei der TE-Nachblutung liegt ein multifaktorielles Geschehen vor: Operations- und Hämostasetechnik, Indikation, Alter und Aktivitätsgrad der Patienten und begleitende Medikation spielen eine Rolle.

Unterstützt durch: HELIOS Research Center, HELIOS Kliniken GmbH