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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Auswertung aller Nachblutungen nach Tonsillektomie in den letzten fünf Jahren

Meeting Abstract

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  • corresponding author Philipp Schindler - Klinikum Frankfurt Höchst, Frankfurt/M.
  • Marc Unkelbach - HNO Höchst, Frankfurt/M.
  • Christian Milewski - HNO Höchst, Frankfurt/M.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod033

doi: 10.3205/12hnod033, urn:nbn:de:0183-12hnod0330

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Schindler et al.
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Gliederung

Text

Wir berichten über die Nachblutungen nach Tonsillektomie in unserer Klinik. Ausgewertet wurden die operativ zu stillenden Nachblutungen nach Tonsillektomie in Dissektionstechnik über die letzten fünf Jahre.

Insgesamt wurden 124 Nachblutungen operativ gestillt bei 1980 erfolgten Tonsillektomien (Tumoroperationen und Tonsillotomien nicht mit eingeschlossen). Die Primäroperation wurde immer in klassischer Dissektionstechnik in ITN durchgeführt, wobei auf ein Absetzen der Tonsille oberhalb der Glossotonsillarfurche sorgfältig geachtet wurde. Die Blutstillung erfolgte immer in ITN, üblicherweise mit Adaptation der Gaumenbögen im unteren Bereich des Tonsillenbetts. Wir sahen im beobachteten Zeitraum keine lebensbedrohlichen Blutungen oder Langzeitschäden durch die Nachblutungen.

Es zeigte sich ein leichter Trend zu vermehrten Nachblutungen in der warmen Jahreszeit, sowie bei weniger erfahrenen Operateuren. Eine deutlich geringere Nachblutungsrate bei den leitenden Ärzten der Abteilung, so wie ein Trend zu sinkender Nachblutungsrate mit zunehmender Erfahrung, zeichnete sich ab. Die meisten der Nachblutungen waren zuvor in unserer Einrichtung operiert worden, nur selten erfolgte die Voroperation in anderen Kliniken oder im Niedergelassenenbereich.

Die klassische Tonsillektomie ist bei sorgfältiger Durchführung eine nach wie vor sichere Operation mit einer niedrigen Rate an Komplikationen, deren Beherrschung allerdings ein großes und gut funktionierendes System (Dienstbereitschaft, Operationssäle etc.) erfordert. In wie weit hier für die Zukunft Synergieeffekte durch Kooperationen möglich sind ist Gegenstand weiterer Untersuchungen.