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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Verändern sich retronasales Riechvermögen und das Schmecken in moderater Höhe?

Meeting Abstract

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  • Karin Schmidt - Medizinische Fakultät C.G. Carus der TU Dresden, Dresden
  • Thomas Hummel - HNO-Universitätsklinik, Dresden
  • Thomas Zahnert - HNO-Universitätsklinik, Dresden
  • corresponding author Michael Kühn - HNO-Universitätsklinik, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod651

DOI: 10.3205/11hnod651, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod6512

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Schmidt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das menschliche Riechvermögen wird bereits beim Aufenthalt in moderaten Höhen (2700 m) durch den verminderten Luftdruck, eine niedrige Luftfeuchtigkeit und die milde hypobare Hypoxie beeinträchtigt. Inwiefern sich das Schmeckvermögen ebenfalls verschlechtert, wurde bisher nur unzureichend untersucht.

Methoden: In der Höhen-Klima-Simulationsanlage der Abt. Flugphysiologie des Flugmedizinischen Institutes der Luftwaffe in Königsbrück wurde das retronasale Riechvermögen und das Schmecken von 34 männlichen normosmischen Probanden (Alter=27,9±11,0 Jahre) in Ortshöhe (185 m) und in 2700±20 m (jeweils 20°C±1K, rh=50±5%) mit Schmeckpulver und Schmeckstreifen untersucht. Zusätzlich wurden die Ergebnisse mit der peripheren Sauerstoffsättigung korreliert.

Ergebnisse: Retronasales Riechvermögen und Schmecken nahmen im Vergleich zu Ortshöhe bei 2700 m im Mittel leicht ab, was allerdings nicht signifikant war. Die Minderung des Schmeckvermögens korrelierte im Gegensatz zum retronasalen Riechen schwach mit der reduzierten Sauerstoffsättigung. Das Schmeckvermögen von Probanden mit stärkerem Sauerstoffsättigungsabfall (>5%) war gegenüber denen mit höheren Sättigungswerten (<5%) signifikant schlechter.

Schlussfolgerungen: Eine signifikante Verschlechterung des retronasalen Riechvermögens und des Schmeckens findet sich möglicherweise erst in Höhen über 2700 m. Die hypobare Hypoxie könnte eine Dysfunktion der Schmeckrezeptoren auslösen. Insbesondere bei Flugreisen ist deshalb ein stärkeres Würzen der Mahlzeiten anzuraten.