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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Aktivitätssteigerung im limbischen System als zerebrales Korrelat für die Nasenatmungsbehinderung beim Empty Nose Syndrom

Meeting Abstract

  • corresponding author Marc Scheithauer - HNO-Universitätsklinik Ulm, Ulm
  • Wolfgang Freund - Institut für Diagnostische Radiologie des Universitätsklinikums Ulm, Ulm
  • Arthur Wunderlich - Institut für Diagnostische Radiologie des Universitätsklinikums Ulm, Ulm
  • Bernd Schmitz - Institut für Diagnostische Radiologie des Universitätsklinikums Ulm, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod650

DOI: 10.3205/11hnod650, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod6504

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Scheithauer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Empty Nose Syndrom (ENS) kann nach radikaler Nasenmuschelresektion resultieren und hat erhebliche Störungen der Nasenfunktion zur Folge. Die paradoxe nasale Obstruktion belastet ENS-Patienten beträchtlich. Neuroanatomische Areale die uns "freie Nasenatmung" suggerieren sind bis dato unbekannt. In dieser Studie werden Unterschiede der Hirnaktivität während normaler Nasenatmung und während Inhalation von Zitronenessenz und Menthol dargestellt.

Methoden: ENS-Patienten (n=10) wurden mit einer Kontrollgruppe (n=15) verglichen. Während einer funktionskernspintomographischen (f-MRI) Untersuchung inhalierten die Probanden abwechselnd Raumluft, Zitrone und Menthol über eine CPAP-Maske und gaben gleichzeitig den subjektiven Grad der Nasenatmung auf einer 4-Punkte Skala an. Die f-MRI Daten wurden mittels SPM 5-Software hinsichtlich zerebraler Signalaktivitäten analysiert.

Ergebnisse: Bekanntermaßen bewerten ENS-Patienten ihre Nasenatmung schlechter als die Kontrollgruppe. Die f-MRI Daten der ENS-Gruppe zeigten eine signifikante Aktivierung des Temporallappens und der Amygdala, beide dem limbischen System zugehörig. Diese zerebrale Aktivität ist auch aus Dyspnoe-Experimenten bekannt. ENS-Patienten leiden demzufolge unter permanenten respiratorischen Stress. Nach Menthol-Inhalation kam es in der ENS-Gruppe zur stärkeren regionalen Deaktivierung als bei der Kontrollgruppe.

Schlussfolgerungen: ENS-Patienten weisen als pathophysiologisches zerebrales Korrelat einer paradoxen nasalen Obstruktion eine dauerhafte Aktivitätssteigerung im limbischen System auf. Menthol-Inhalation reduziert diese Aktivität. Die Ergebnisse demonstrieren erstmalig, dass ein neuronales Substrat sowohl für das Symptom Nasenatmungsbehinderung als auch für dessen Therapie bei ENS existiert.