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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Funktionserhaltende Therapie von Glomus jugulo-tympanicum Tumoren – Eine retrospektive Analyse von 2000 bis 2010

Meeting Abstract

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  • corresponding author Julian Künzel - HNO Universitätsklinik, Kopf- und Halschirurgie Erlangen, Erlangen
  • Johannes Zenk - HNO Universitätsklinik, Kopf- und Halschirurgie Erlangen, Erlangen
  • Michael Koch - HNO Universitätsklinik, Kopf- und Halschirurgie Erlangen, Erlangen
  • Joachim Hornung - HNO Universitätsklinik, Kopf- und Halschirurgie Erlangen, Erlangen
  • Heinrich Iro - HNO Universitätsklinik, Kopf- und Halschirurgie Erlangen, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod615

DOI: 10.3205/11hnod615, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod6151

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Künzel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Therapie der Wahl bei jugulo-tympanalen Paragangliomen wandelt sich von radikaler Chirurgie, hin zur Tumorreduktion mit Funktionserhalt sowie lokalen Kontrolle von ggf. verbliebenem Resttumor. Dies kann je nach Einzelfall durch eine Nachbestrahlung oder im Sinne einer „wait & scan“ Strategie erfolgen. Alternative primäre Therapieoptionen sind die konventionelle Radiotherapie oder die stereotaktische Radiochirurgie.

Methoden: Es erfolgte eine retrospektive Auswertung der Patienten, die von 2000–2010 wegen eines Glomus jugulo-tympanicum (Fisch- Klassifikation) therapiert wurden. Untersucht wurde der Einfluss des Therapieverfahrens auf die langfristige Tumorkontrolle (TK), die Hirnnervenfunktion und das Hörvermögen. Die Nachsorge dieses Kollektivs erfolgte in aller Regel durch jährliche MRT- Kontrollen.

Ergebnisse: Es konnten 45 Patienten, davon 10 Männer und 35 Frauen im Alter von 35–85 Jahren (m=62,5 a) eingeschlossen werden. Das Follow Up betrug 1–116 Monate (m=39,2). 23 Patienten wurden operiert, 6 operiert und adjuvant bestrahlt (18–56 Gy, m=46,48 Gy). 12 Patienten wurden primär radiotherapiert (n=11 stereotaktische RT und n=1 Radiochirurgie; 16–54 Gy, m=47,13 Gy) und bei 4 Patienten wurde eine wait & scan Strategie verfolgt. Die Tumorkontrolle lag insgesamt bei 95,5%, da in 2 Fällen progrediente Residuen aktuell engmaschig kontrolliert werden.

Schlussfolgerung: Chirurgie, Radiotherapie sowie die wait & scan Strategie oder eine Kombination dieser Verfahren sind unter Berücksichtigung der individuellen Patientensituation und der jeweiligen Symptome gleichberechtigte Behandlungsalternativen. Diese müssen stets patientenorientiert abgewogen werden, um eine langfristige Tumorkontrolle unter Erhalt der Lebensqualität erreichen zu können.