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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Dedifferenziertes Liposarkom des Larynx

Meeting Abstract

  • corresponding author Thomas Schilder - HNO-Klinik im HELIOS-Klinikum Berlin Buch, Berlin
  • Wolfgang Flügel - HNO-Klinik im HELIOS-Klinikum Berlin Buch, Berlin
  • Frank Lippek - Pathologisches Institut im HELIOS Klinikum Berlin Buch, Berlin
  • Marc Bloching - HNO-Klinik im HELIOS-Klinikum Berlin Buch, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod249

DOI: 10.3205/11hnod249, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod2493

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Schilder et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Liposarkome im Bereich des Larynx sind eine extrem seltene Entität.

Methode: Vorgestellt wird die Kasuistik eines 69-jähriger Patienten, bei dem 2005 ein Lipom im Bereich der aryepiglottischen Falte entfernt wurde. Aktuell stellte sich der Patient mit akuter Luftnot bei erneutem Wachstum eines lipomatösen Tumores im Bereich des Kehlkopfes vor, der die Atemwege verlegt. In der histologischen Aufarbeitung entpuppte sich der Tumor als dedifferenzierten Liposarkom G2. Mittels PET-CT konnten Fernmetastasen ausgeschlossen werden, so dass eine radikale R0-Tumorresektion mittels Laryngektomie und Neck dissection bds. durchgeführt wurde. Anschließend wurde der Patient bestrahlt und ist bis dato in Remission.

Ergebnis: Die histologische Unterscheidung zwischen Lipom und Liposarkom ist oft schwierig. Dedifferenzierte Liposarkome, die etwa 10% der Sarkome ausmachen, sind hochmaligne und von einer hohen Rezidiv- und Metastasierungsrate gekennzeichnet. Der Tumor ist nicht chemotherapiesensibel und nur fraglich strahlensensibel. Üblicherweise entsteht dieser Tumor de novo. Als einzig sinnvolle Verfahrensweise der Behandlung eines dedifferenzierten Liposarkoms auch außerhalb der Akren ist die radikale Tumorexstirpation.

Schlussfolgerung: Bei gut abgrenzbaren und makroskopisch harmlos imponierenden Raumforderungen im HNO-Bereich sollte man differentialdiagnostisch auch an ein Sarkom denken.