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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Therapeutische Wirksamkeit der Blockade des Hedgehog-Signalweges bei Plattenepithelkarzinomen?

Meeting Abstract

  • corresponding author Christian Mozet - HNO-Universitätsklinik Leipzig, Leipzig
  • Matthäus Stöhr - HNO-Universitätsklinik Leipzig, Leipzig
  • Faramarz Dehghani - Universität Leipzig, Anatomie, Leipzig
  • Andreas Dietz - HNO-Universitätsklinik Leipzig, Leipzig
  • Annett Reiche - HNO-Universitätsklinik Leipzig, Leipzig
  • Angela Ehrlich - HNO-Universitätsklinik Leipzig, Leipzig
  • Julia Bertolini - Pathologie, Universität Leipzig, Leipzig
  • Andreas Boehm - HNO-Universitätsklinik Leipzig, Leipzig
  • Gunnar Wichmann - HNO-Universitätsklinik Leipzig, Leipzig

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod218

DOI: 10.3205/11hnod218, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod2184

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Mozet et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Hedgehog-Signaltransduktionsweg (Hh) ist für Stammzellen und die Gewebedifferenzierung bedeutsam und wird durch Cyclopamin (Cyc) blockiert. Die erhöhte Expression von Hh-Komponenten wurde bei anderen Tumoren beschrieben; Hh-Blockade könnte ein therapeutisches Potential besitzen. Ob auch Plattenepithelkarzinome der Kopf-Hals-Region (HNSCC) Komponenten des Hh exprimieren (Patched1 (PTCH1), Patched2 (PTCH2), Smoothened (SMO)) und ob eine Blockade inhibierende Wirksamkeit bei HNSCC ex vivo hat, war zu prüfen.

Methoden: In HNSCC-Paraffinschnitten wurden Hh-Proteine mit Texas-Red-markierten Antikörpern und epitheliale Zellen mit Cy2-markierten anti-Cytokeratin-Antikörpern (aCK-Cy2) nachgewiesen. HNSCC-Biopsate wurden im FLAVINO-Assay gegenüber Cisplatin (Cis) und Docetaxel (DTX) ohne bzw. mit Cyc getestet. Die gebildeten Epithelzellkolonien wurden nach aCK-Cy2-Färbung ausgezählt.

Ergebnisse: Immunhistochemisch exprimierten sowohl Epithel- als auch Stromazellen PTCH1, PTCH2 oder SMO. Die Verteilungsmuster in Paraffinschnitten waren nicht einheitlich, jedoch wurden PTCH1, PTCH2 und SMO bei Tumorzell-Clustern in Nähe der Invasionsfront verstärkt exprimiert. Ex vivo wurde durch Cyc (>500 nM) allein bei 5/7 HNSCC die Bildung aCK-Cy2-positiver Kolonien unterdrückt. Bei allen auswertbaren HNSCC wurde die koloniebildungsinhibierende Wirkung tolerierbarer Plasmakonzentrationen sowohl von Cis als auch von DTX durch Cyc verstärkt.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der orientierenden Untersuchungen unterstreichen die potentielle Relevanz des Hh auch in HNSCC. Hh-Proteine könnten sich als geeignete Biomarker für HNSCC erweisen. Die detaillierte Analyse inhibierender Effekte von Hh-Inhibitoren an einer größeren Fallzahl mit Hilfe des FLAVINO-Assays erscheint notwendig.