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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Implementierung des HPV-Status in klinischen Studien beim Oropharynxkarzinom – Inzidenzen, Nachweismethoden und Studiendesign

Meeting Abstract

  • corresponding author Jens Peter Klußmann - HNO-Klinik, Universitätsklinikum Gießen, Gießen, Deutschland
  • Christine Langer - HNO-Klinik, Universitätsklinikum Gießen, Gießen, Deutschland
  • Claus Wittekindt - HNO-Klinik, Universitätsklinikum Gießen, Gießen, Deutschland
  • Jörn Pons-Kühnemann - IMI AG Statistik, Universität Gießen, Gießen, Deutschland
  • Carmen Brittinger-Schade - Koordinierungszentrum für Klinische Studien, Universität Marburg, Marburg, Deutschland
  • Jörn Rau - Koordinierungszentrum für Klinische Studien, Universität Marburg, Marburg, Deutschland
  • Robert Semrau - Strahlenklinik, Uniklinikum Köln, Köln, Deutschland
  • Magnus Knebel von Doeberitz - Pathologie, Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • Ernst-Jan Speel - Research Institute GROW, University of Maastricht, Maastricht, Niederlande

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod199

DOI: 10.3205/11hnod199, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod1990

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Klußmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: HPV-assoziierte Oropharynxkarzinome unterscheiden sich sowohl molekularbiologisch als auch klinisch erheblich von HPV-negativen Karzinomen. Die Prognose der HPV-assoziierten Oropharynxkarzinome ist unabhängig vom Tumorstadium erheblich günstiger und man muss von einer eigenen Tumorentität, vergleichbar mit dem Nasopharynxkarzinom, ausgehen. Diese Entität sollte daher in laufenden klinischen Studien erfasst werden und klinische Studien für diese Entität müssen entwickelt werden.

Methoden: Wir analysierten die verschiedenen Inzidenzen HPV-assoziierter Karzinome aus aktuellen Studien. Außerdem verglichen wir die HPV-Nachweismethoden in Bezug auf ihre Sensitivität und auch Praktikabilität in klinischen Studien. Des Weiteren entwickelten wir verschiedene Studiendesigns.

Ergebnisse: In Studien aus USA finden sich Inzidenzen der HPV-assoziierten Oropharynxkarzinome von bis zu 80% aller Oropharynxkarzinome. Dagegen liegen die Raten in Westeuropa meist um 35%, während in Osteuropa noch geringere Raten berichtet werden. Mit PCR-basierten Methoden kann die höchste Empfindlichkeit des HPV-Nachweises bei gleichzeitigem Nachweis mehrerer Typen erreicht werden, allerdings sind falsch positive Ergebnisse häufig. In situ-Hybridisierungverfahren sind oft HPV-Typ-spezifisch. Sehr hilfreich ist die Kombination mit dem Surrogatmarker p16. Für größere Probenmengen sind PCR-basierte high-throughput Methoden mit Detektion durch die Luminex-Technologie geeignet. Studienprotokolle für HPV-assoziierte Oropharynxkarzinome beinhalten den Vergleich primär strahlentherapeutischer vs. primär chirurgischer Therapieansätze.

Schlussfolgerungen: Für HPV-assoziierte Oropharynxkarzinome werden Inzidenzen, Nachweismethoden und mögliche Studienprotokolle diskutiert.