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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Biologisch aktive HPV-Infektionen in extra-tonsillären Plattenepithelkarzinomen des oberen Aerodigestivtraktes

Meeting Abstract

  • Hannes Henry - Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie CAU Kiel, Kiel
  • Claudia Burkhard - Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie CAU Kiel, Kiel
  • Saskia Pfannenschmidt - Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie CAU Kiel, Kiel
  • Markus Schmitt - Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
  • Elisabeth Schwarz - Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
  • Christoph Röcken - Inst. für Pathologie, Kiel
  • Tibor Görögh - Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie CAU Kiel, Kiel
  • corresponding author Markus Hoffmann - Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie CAU Kiel, Kiel

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod193

DOI: 10.3205/11hnod193, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod1934

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Henry et al.
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Gliederung

Text

Zur Identifizierung biologisch aktiver Infektionen mit HPV in Plattenepithelkarzinomen (PK) des oberen Aerodigestivtraktes (oAer) wird ein Algorithmus unter primärer immunhistochemischer Beurteilung des p16-Expressionsmusters mit konsekutivem HPV-DNA Nachweis empfohlen. Die so nachgewiesene HPV-abhängige Karzinogenese gilt für Tonsillenkarzinome mit einer Prävalenz aktiver HPV-Infektionen von bis zu 60% als etabliert. In der dieser Studie sind 20 tonsilläre und 59 extra-tonsilläre PK unter Anwendung des o.g. Algorithmus untersucht worden. Ziel der Studie war es, i) die Validität des Verfahrens an unserem Patientenkollektiv zu beurteilen sowie ii) zu prüfen, ob die Anwendung des Algorithmus auch bei Karzinomen anderer anatomischer Lokalisationen des oAer biologisch aktive Infektionen detektiert.

An Paraffinschnitten von PK des Larynx (n=23), Hypopharynx (n=24), Mundhöhle (n=12) und der Tonsillen (n=20) wurden immunhistochemische Untersuchungen zum Nachweis von p16 und an aus Frischgewebe gewonnener DNA derselben Tumoren der PCR-basierte Nachweis von HPV-DNA durchgeführt.

Der Nachweis biologisch aktiver HPV-Infektionen zeigte sich in 10/20 Tonsillen-, 5/24 Hypopharynx-, 3/23 Larynx- und 1/12 Mundhöhlenkarzinomen. In 3/19 HPV-DNA positiven Fällen zeigte sich keine p16-Überexpression.

Die Ergebnisse zeigen, dass biologisch aktive HPV-Infektionen i) mehrheitlich in Tonsillenkarzinomen zu detektieren sind, ii) sich aber nicht auf den Oropharynx begrenzen. Nicht nachweisbare p16-Überexpression lässt dabei sicherer auf nicht vorhandene HPV-Infektion schließen als deutliche p16-Überexpression auf eine HPV-Infektion. Ob die nachgewiesenen p16-/HPV+ Infektionen tatsächlich als inaktiv gelten können, werden Untersuchungen an viraler mRNA zeigen und Überlebensdaten der Patienten zeigen.