gms | German Medical Science

82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Immunstimulierende, antivirale und über TLR7/8 vermittelte Effekte von an Polykationen gebundenem Ribomunyl®

Meeting Abstract

  • corresponding author Stephan Herberhold - Universitäts-HNO-Klinik, Bonn
  • Evelyn Hartmann - Universitäts-HNO-Klinik, Bonn
  • Winfried Barchet - Institut für klinische Pharmakologie, Bonn
  • Friedrich Bootz - Universitäts-HNO-Klinik, Bonn
  • Mark Jakob - Universitäts-HNO-Klinik, Bonn

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod149

DOI: 10.3205/11hnod149, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod1494

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Herberhold et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

In dieser Studie haben wir die Zytokinantwort von Immunzellen aus Blutkonserven und Adenoiden nach Stimulation mit Ribomunyl® untersucht und festgestellt, dass eine TLR7/8 vermittelte Ausschüttung von Interferon-α erfolgt, wenn zuvor eine Komplexierung mit Polykationen wie z.B. Protamin erfolgt.

Aus Zellsuspensionen von Adenoiden und Blutkonserven (n=6) wurden Immunzellen isoliert und mit Ribomunyl® in komplexierter und unkomplexierter Form, sowie in unterschiedlichen Konzentrationen in Kultur genommen. Ebenso wurden Stimuli verwendet, die Bestandteile von Krankheitserregern imitieren (z.B. R848, 9.2s RNA, CpG ODN 2216, Cl-075, Cl-087), und immunstimulatorisch wirken. Nach 24 h wurden die Überstände gewonnen und Zytokinprofile (IFN-α, IL-12p(70), IL-6, TNF-α) mittels ELISA erstellt und miteinander verglichen. Komplexiertes Ribomunyl® zeigte dabei eine ähnlich hohe Kapazität wie bekannte TLR7/8 Stimuli. Außerdem wurden HEK Zellen untransfiziert und mit TLR 7 bzw. TLR 8 und mit NF-κB-Reporter Plasmid transfiziert, mit an Protamin komplexiertem Ribomunyl® stimuliert. Ribomunyl® induzierte NF-κB-Reporter Aktivität in transfizierten Zellen, jedoch nicht in untransfizierten. Dosisabhängige Wirkungsprofile konnten durch Applikation unterschiedlicher Sprühmengen auf geeignete Zellkulturplatten dargestellt werden.

Die in dieser in vitro Studie gezeigte Kapazität von mit Protamin komplexiertem Ribomunyl® stellt eine in vivo Nutzung in Aussicht. Protamin ist für therapeutische Zwecke bereits zugelassen und wurde in einer klinischen Studie sicher und erfolgreich angewandt, um RNA zu den dendritischen Zellen der Haut zu transportieren. Um antivirale Wirkung im Bereich des Waldeyer`schen Rachenrings zu erzielen, dürften geringe Mengen von an Protamin gekoppeltem Ribomunyl® ausreichen. Atemwegsinfektionen könnten so schnell und am Ort der Virusreplikation behandelt werden.