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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

RIG-I-vermittelte Stimulation primärer nasaler Epithelzellen mit Triphosphat-RNA induziert eine antivirale Immunantwort und unterdrückt eine Infektion mit Influenza A

Meeting Abstract

  • corresponding author Evelyn Hartmann - HNO Universitätsklinik, Bonn
  • Vanessa Stehle - Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie, Universitätsklinikum, Bonn
  • Stephan Herberhold - HNO-Universitätsklinik, Bonn
  • Friedrich Bootz - HNO-Universitätsklinik, Bonn
  • Christoph Coch - Institut für Klinische Chemie und Klinische Pharmakologie, Universitätsklinikum, Bonn

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod147

DOI: 10.3205/11hnod147, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod1472

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Hartmann et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Nasenschleimhaut ist bei Infekten der oberen Atemwege primär exponiert. Antigenverschiebung und die Entstehung neuer Virustypen schränken insbesondere bei der Influenza die Therapiemöglichkeiten mit Virustatika ein. Seit kurzem ist bekannt, dass die bei der Replikation eines Virus entstehende Triphosphat-RNA für die Immunaktivierung einer Zelle über RIG-I, einer zytosolischen Helikase, verantwortlich ist. Diese für den Wirt schützende Immunaktivierung wird durch das Influenza-Virus aktiv inhibiert. Wir konnten in Voruntersuchungen zeigen, dass in vitro hergestellte Triphosphat-RNA eine Virusinfektion imitiert und so zu einer antiviralen Immunaktivierung führt. Ziel der aktuellen Untersuchungen war der Nachweis einer antiviralen Aktivität von Triphosphat RNA zum Schutz gegenüber einer Infektion von nasalen Epithelzellen mit Influenza.

Methoden: Aus Conchotomie-Präparaten wurden primäre nasale Epithelzellkulturen generiert. Die über 14 Tage kultivierten Zellen wurden mit Triphosphat-RNA stimuliert und mit Influenza Typ A (H1N1) infiziert. IP-10 und IL-6 wurden im Elisa, IFN-Typ I im Bioassay bestimmt. Der Nachweis der Viruslast erfolgte über RT PCR. Apoptose wurde durchflusszytometrisch evaluiert.

Ergebnisse: Triphosphat-RNA induziert in nasalen Epithelzellen proinflammatorische Zytokine nach dem Muster einer antiviralen Antwort (IP-10, IL-6, IFN-α). Die Viruslast in nasalen Epithelzellen konnte im Vergleich zu unbehandelten Zellen signifikant um 97% gesenkt werden. Die Viruslast war auch im Vergleich zur alleinigen Stimulation mit rekombinantem IFN-β signifikant stärker reduziert.

Schlussfolgerung: Wir konnten erstmals die Expression und Funktion von RIG-I im Nasenepithel nachweisen und zeigen, dass die Virusreplikation von Influenza A durch Triphosphat-RNA effektiv unterdrückt wird. Aktuell untersuchen wir die therapeutische Aktivität von Triphosphat-RNA im Mausmodell einer Influenza A Infektion.

Unterstützt durch: BONFOR