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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Erstdiagnose einer Sarkoidose an vergrößerten Halslymphknoten

Meeting Abstract

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  • corresponding author Ingo Wagner - HNO-Uniklinik, Bonn
  • Friedrich Bootz - Uniklinik, Bonn

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod071

DOI: 10.3205/11hnod071, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod0715

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Wagner et al.
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Gliederung

Text

Die Sarkoidose ist eine systemische Bindegewebserkrankung mit Bildung nicht verkäsender Granulome. Sämtliche Organe können betroffen sein. Es wird die Erstdiagnose einer Sarkoidose anhand vergrößerter Halslymphknoten beschrieben.

Ein 55-jähriger Patient stellte sich wegen einer seit ca. 5 Wochen bestehenden, schmerzlosen, Lymphknotenvergrößerung beidseits cervikal vor. Eine Dysphagie, Dyspnoe oder Dysphonie wurden verneint. Außer einer Gewichtsabnahme von 4 kg bestand keine B-Symptomatik. Als Risikofaktor lag ein Nikotinabusus von 30 packyears vor. Die klinische Untersuchung ergab bis auf beidseits cervikal multiple vergrößerte Lymphknoten einen regelrechten HNO-Status.

Eine CT bestätigte Lymphknoten cervikal bis etwa 2,5 cm Durchmesser. Vergrößerte Lymphknoten fanden sich mediastinal, beidseits hilär und in den mitabgebildeten Oberbauchschichten, teils konfluierend. Zudem bestanden beidseits pulmonal multiple noduläre Verdichtungen.

Wir führten die diagnostische Exstirpation eines großen Lymphknotenpaketes rechts cervikal durch. Histologisch fand sich eine epitheloidzellig-granulomatöse Entzündung ohne typische Nekrosen. Mykobakterien ließen sich nicht nachweisen, so dass eine Sarkoidose diagnostiziert wurde.

Als systemische Erkrankung manifestiert sich die Sarkoidose auch im HNO-Bereich. Am bekanntesten ist die Beteiligung der Speicheldrüsen als Heerfordt-Syndrom. Weniger häufig ist in fortgeschrittenen Stadien ein Befall der Nase, der Nebenhöhlen, der Tonsillen und des Larynx. Regelmäßig besteht eine Beteiligung der cervikalen Lymphknoten. Eine Erstdiagnose anhand dieser als führendes Symptom findet in der Literatur keine Erwähnung. Zusammenfassend sollte die Sarkoidose als Differenzialdiagnose bei vergrößerten Halslymphknoten neben den Lymphomen beachtet werden.