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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Fallbericht: Die Thymuszyste als seltene Differentialdiagnose einer cervikalen Schwellung im Kindesalter

Meeting Abstract

  • corresponding author Michael Schneider - Universitäts HNO Klinik, Regensburg
  • Tobias Kleinjung - Universitäts HNO Klinik, Regensburg
  • Markus Dürsch - Universitätsklinik Chirurgie, Regensburg
  • Jürgen Strutz - Universitäts HNO Klinik, Regensburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod058

DOI: 10.3205/11hnod058, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod0583

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Schneider et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Thymuszysten sind seltene Ursachen einer cervikalen Schwellung und werden daher häufig in der differentialdiagnostischen Überlegung nicht herangezogen. Hier wird der Fall eines 16-monatigen Jungen beschrieben, welcher sich mit einer seit wenigen Wochen bestehenden und größenprogredienten allerdings auch größenfluktuierenden links-cervikalen Raumforderung vorstellte.

Falldarstellung: Palpatorisch ließ sich links-cervikal eine weiche, gut verschiebliche, schmerzlose Raumforderung tasten. In der MRT des Halses fand sich ein glattbegrenzter, zystischer Tumor, der sich vom linken Thymuslappen über die obere Thoraxapertur bis zum linken Kieferwinkel ausdehnte (8 x 2,5 cm). Es erfolgte nach üblicher anästhesiologischer Vorbereitung die operative Resektion. Über zwei kleine horizontale Hautschnitte im Halsbereich links ließ sich die glatt umwandete, weiche Raumforderung exponieren. Vom kaudaleren Schnitt aus konnte der Tumor bis in das obere Mediastinum verfolgt werden und mit Anteilen des linken Thymuslappens herausgelöst werden. Somit liess sich eine Thorakotomie vermeiden. Die komplette Exstirpation wurde nach Ablösung des Tumors von der Carotisbifurkation über den kranialer gelegenen Hautschnitt möglich.

Histopathologisch zeigten sich typische Hassall'sche Körperchen, womit sich die Diagnose einer Thymuszyste ergab.

Diskussion: Angeborene Thymuszysten sind Residuen des Ductus thymopharyngealis. Obwohl Thymuszsten eine seltene Ursache für Geschwülste am Hals sind, sollten diese als Differentialdiagnose in Betracht gezogen werden. Radiologisch stellt diese Raumforderung eine Schwierigkeit dar, da sie größenvariabel ist, teils Kontrastmittel Enhancement zeigt und zystische sowie solide Anteile haben kann. Die Therapie der Wahl ist eine vollständige Exstirpation.