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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Ein neuartiges Drug Delivery System im hörenden und ertaubten Innenohr: Chitosan-Nanopartikel

Meeting Abstract

  • corresponding author Timo Stöver - Univ. HNO-Klinik, Frankfurt/M., Deutschland
  • Verena Scheper - HNO-Klinik MHH, Hannover, Deutschland
  • Mareike Hütten - HNO-Klinik MHH, Hannover, Deutschland
  • Hartwig Meyer - HNO-Klinik MHH, Hannover, Deutschland
  • Minna Kellomäki - Department of Biomedical Engineering, Tampere, Finnland
  • Elenea Talvitie - Department of Biomedical Engineering, Tampere, Finnland
  • Thomas Lenarz - HNO-Klinik MHH, Hannover, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod448

DOI: 10.3205/10hnod448, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod4482

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Stöver et al.
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Gliederung

Text

Eine Innenohrschwerhörigkeit beruht meist auf einem Verlust der Haarzellen, der Spiralganglienzellen oder der Stria vascularis. Die Entwicklung neuer Behandlungsstrategien zur Protektion bzw. Regeneration dieser Strukturen stellt damit ein herausragendes Ziel der Innenohrforschung dar. Ein Beispiel hierfür könnte die Anwendung eines multifunktionalen Chitosan-Nanopartikels sein, der biodegradabel ist und zu einer kontrollierten Freisetzung von Therapeutika im Innenohr führt. Einen ersten Schritt zur Entwicklung dieses Drug Delivery Systems stellt die grundsätzliche Nachweisbarkeit dieser Partikel im hörenden und ertaubten Tier dar. Zur Beantwortung dieser Fragestellung wurden hörende und ertaubte Tiere untersucht und fluorophormarkierte Chitosan-Nanopartikel (CNP) in die Scala tympani beider Versuchsgruppen injiziert. Die Cochleae wurden 72 Stunden nach Chitosanapplikation entnommen und gefärbt. Die Basilarmembran und die Stria vascularis werden entfernt, die Zellkerne mit DAPI gefärbt und das Gewebe mit Fluoreszensmikroskopie untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass in hörenden Individuen die CNP sowohl in den Zellen der Basilarmembran als auch der Stria vascularis nachweisbar sind. Ein Nachweis der CNP in ertaubten Tieren erweist sich als anspruchsvoll, da durch die Ertaubung eine zelluläre Orientierung deutlich erschwert ist. Dennoch ist ein Nachweis der CNPs auch im Zytoplasma der Basilarmembran ertaubter Tiere sicher möglich.

Die Ergebnisse lassen daher darauf schließen, dass multifunktionale, degradierbare CNPs als Medikamentenapplikations-Systeme eine neuartige Strategie zur Behandlung von Erkrankungen des Innenohres darstellen, die sowohl im hörenden Tier, als auch im ertaubten Tier eine Anwendung finden könnte.

Unterstützt durch: Diese Studie ist Teil des NanoEar Projektes und wurde von der Europäischen Union unterstützt (NMP4-CT-2006-026556).