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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Erster Erfahrungsbericht über den Einsatz einer Nickel-Titan-Prothese mit Superelastizitäts-Eigenschaften in der Steigbügel-Chirurgie

Meeting Abstract

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  • corresponding author Joachim Hornung - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf-und Halschirurgie, Uni Erlangen, Deutschland
  • Christoph Brase - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf-und Halschirurgie, Uni Erlangen, Deutschland
  • Johannes Zenk - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf-und Halschirurgie, Uni Erlangen, Deutschland
  • Heinrich Iro - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf-und Halschirurgie, Uni Erlangen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod320

DOI: 10.3205/10hnod320, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod3207

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Hornung et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Nitinol ist eine Metall-Legierung aus nahezu gleichen Teilen Nickel und Titan, welche abhängig vom Produktionsprozess zwei wesentliche Eigenschaften haben kann. Zum einen kann das Material beim Erwärmen in eine eingeprägte Gedächtnisform übergehen. Zum anderen kann es in einer bis zu 100-fach elastischeren Form als herkömmliche Stahllegierungen vorliegen. Wir berichten über unsere Erfahrungen mit einer am Ambossschenkel selbstfixierenden Stapesprothese von audio® Technologies (Gossolengo/Italien), bei der die Drahtschlinge aus einem superelastischen Nitinolband gefertigt ist. Die sehr elastische Schlinge muss dabei zur Fixierung nur auf den Ambossschenkel aufgeschoben werden.

Methode: Von 01.04 2009 bis 30.08.2009 wurde diese Prothese bei 15 primären Steigbügeloperationen wegen einer Ankylose der Fußplatte eingesetzt. Nach durchschnittlich 26 Tagen führten wir eine erste tonaudiometrische Kontrolle durch.

Ergebnisse: Die durchschnittliche Differenz der Knochen- und Luftleitung der Frequenzen 0.5, 1, 2 und 3 kHz präoperativ von 31.9 dB (±9 dB) konnte um rund 20 dB auf postoperativ 11.8 dB (±7 dB) verbessert werden. Die Prothese war in allen Fällen leicht und sicher am Ambossschenkel zu befestigen. Unverträglichkeitsreaktionen traten bisher nicht auf.

Schlussfolgerungen: Der Fixierungsmechanismus dieser superelastischen Nitinolprothese führt zu einer starken Vereinfachung dieses schwierigen Operationsschrittes mit guten audiologischen Ergebnissen. Es bleibt abzuwarten, ob die Elastizität der Schlinge bei unterschiedlich dicken Ambossschenkeln immer zu einer ausreichenden Fixierung führt.